Florian hat angefangen, Glennkill von Leonie Swann zu lesen

Glennkill von Leonie Swann, Leonie Swann
A witty philosophical murder mystery with a charming twist: the crack detectives are sheep determined to discover who killed their …
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20% geschafft! Florian hat 4 von 20 Büchern gelesen.

A witty philosophical murder mystery with a charming twist: the crack detectives are sheep determined to discover who killed their …
Mit der unheimlichen Selbstverständlichkeit ihres Aufstiegs konfrontiert, fetischisieren die Held:innen des Techsektors den angeblichen Bruch und die vermeintliche existenzielle Gefahr, die damit einherging, dass sie ihr Studium abbrachen, um ein Unternehmen zu gründen. Angesichts der Tatsache, dass die Plattformen, [mit] denen sie ihren Reichtum verdienen, andere in Armut halten, denken sie sich Geschichten aus, die erklären sollen, dass das unvermeidlich ist. Und indem sie das Scheitern, die Existenzangst und die Frustration zu bloßen Etappen auf dem Weg zum unausweichlichen Erfolg degradieren, löschen sie die Tatsache aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit, dass es für viele Leute bei diesen Erfahrungen bleibt.
— Was das Valley denken nennt von Adrian Daub (Seite 151)
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde …
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde man vielleicht formulieren, dass seine Coping-Strategie das kontinuierliche Eintreten für die kleinsten Verbesserungen war. Und was sonst in Gefangenschaft alles möglich war – von verweigertem Brot bis hin zum Anlegen eines Gartens, mehr will ich nicht verraten –, überstieg auch meine Vorstellungen.
Abseits von den 10.000 Tagen Haft hat dieses Leben natürlich auch jede Menge Hoffnung, Tragik und Pathos zu bieten. Es geht mitunter weit ins Detail, aber es wird auf keiner Seite langatmig. Dazu haben sicher die am Schreiben Beteiligten beigetragen, und die Mischung aus fast schon legendärer Geschichte und menschlicher Nähe macht das Werk zu einem lesenswerten Erlebnis.
Mir bleiben jetzt vor allem zwei Dinge: Ich werde noch ein wenig mehr, auch kritischere Einordnungen, über das Südafrika dieser Zeit und heute lesen müssen. Und ich muss mich mal mit Mahatma Gandhi und anderen Freiheitskämpfer:innen auseinandersetzen – von ihnen weiß ich genauso wenig. Eine glückliche Begebenheit also, dieses Buch in die Finger bekommen zu haben – ich werde es mit gutem Gewissen weiterreichen.
Ich erinnerte mich, wie ich eines Nachts erschrak, als ich zu sehen glaubte, dass jemand im Gebüsch lauerte; ich sah nach und fand nichts. Ein Freiheitskämpfer hat einen sehr leichten Schlaf.
— Der lange Weg zur Freiheit von Nelson Mandela (Seite 377)
Auf Menschen einzureden, wird ihre Meinung nicht ändern. Klingt banal, erklärt aber einiges. Das Buch ist ein Versuch, aus Soziologie, Kognitionspsychologie, Philosophie und Politikwissenschaft ein Bild zusammenzusetzen, wie politische Veränderung zum Positiven aussehen kann.
Dazu wird erst einmal aufgeräumt mit falschen Annahmen. Etwa: Politischer Aktivismus verändert die gesellschaftliche Debatte. Stimmt nicht. Er verändert vor allem die Aktivist:innen selbst. Ähnlich gelagert: Freund:innen und ihre Ansichten haben große Überzeugungskraft. Stimmt nicht, denn sie sorgen hauptsächlich dafür, dass wir uns stärker politisieren – die Richtung ist offen. Debatten sind ebenfalls fruchtlos, gemessen am Ziel, Menschen von Standpunkten zu überzeugen.
Die Autorin zeigt, was aus wissenschaftlicher Sicht wirklich hilft. Wie Toleranz aufgebaut werden kann. Was Meinungen effektiv ändert. Und warum diese Methoden eigentlich keine Lösung sein können. Im zweiten Teil geht sie zu einem tiefer greifenden Ansatz über. Im Gegensatz zu den punktuellen Strategien, die auch Antidemokrat:innen für sich nutzen können, wirkt …
Auf Menschen einzureden, wird ihre Meinung nicht ändern. Klingt banal, erklärt aber einiges. Das Buch ist ein Versuch, aus Soziologie, Kognitionspsychologie, Philosophie und Politikwissenschaft ein Bild zusammenzusetzen, wie politische Veränderung zum Positiven aussehen kann.
Dazu wird erst einmal aufgeräumt mit falschen Annahmen. Etwa: Politischer Aktivismus verändert die gesellschaftliche Debatte. Stimmt nicht. Er verändert vor allem die Aktivist:innen selbst. Ähnlich gelagert: Freund:innen und ihre Ansichten haben große Überzeugungskraft. Stimmt nicht, denn sie sorgen hauptsächlich dafür, dass wir uns stärker politisieren – die Richtung ist offen. Debatten sind ebenfalls fruchtlos, gemessen am Ziel, Menschen von Standpunkten zu überzeugen.
Die Autorin zeigt, was aus wissenschaftlicher Sicht wirklich hilft. Wie Toleranz aufgebaut werden kann. Was Meinungen effektiv ändert. Und warum diese Methoden eigentlich keine Lösung sein können. Im zweiten Teil geht sie zu einem tiefer greifenden Ansatz über. Im Gegensatz zu den punktuellen Strategien, die auch Antidemokrat:innen für sich nutzen können, wirkt eine Sache in Richtung einer progressiven, offenen Gesellschaft. Sie zu schaffen ist nicht leicht, aber sie ist etwas, das viele Ehrenamtliche schon unbewusst tun.
In Summe: Das Buch ist kein episches Meisterwerk und manche der angeführten Belege lassen Raum für alternative Interpretationen. In den wichtigen Punkten scheint mir das Buch allerdings ein guter Leitfaden zu sein. Ich weiß jetzt in jedem Fall, was ich an Weihnachten nicht (so intensiv) tun werde: Menschen mit Diskussionen zu überzeugen versuchen.