📚 Sachbücher, Historisches und (auch gern ulkige) Fantasy
🌍 Bücher auf Deutsch/Englisch/Französisch/Italienisch
🐘 anderswo im Fediverse: @tyrandus@troet.cafe
Erstaunliche Dinge geschehen im Wald: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, aber auch …
Empathie fürs Leben in Zeiten digitaler Härte
5 stars
Menschen: Gebilde aus physikalisch beschreibbaren Teilchen, die chemisch miteinander interagieren. In der richtigen Kombination wirkt nach Jahrtausenden der Selektion das Zellensemble beseelt und mitunter intelligent. Möglich freilich nur in einem Universum, dessen schiere Größe den Zufall zur biologischen Tatsache erhebt. Mehr steckt doch nicht dahinter, oder?
Wir sträuben uns gegen diese Art der Beschreibung. Menschen sind komplex und einzigartig. Und doch: Geht es um Bäume, landen wir leicht bei diesem abfälligen Ton. Für die hölzernen Wasserröhren, die uns zur Erfindung des Laubbläsers provozierten, finden wir schnell einfache Erklärungen.
Dass es auch anders geht, zeigt dieses Buch. Wohlleben entführt uns (zum Vorteil für das Buch) nicht gänzlich ins Reich der Romantik und zeigt uns doch, welchen faszinierenden Mikrokosmos wir gemeinhin ignorieren. Zwischen träumenden Fliegen und wandernden Riesen habe zumindest ich mir noch etwas Ehrfurcht vor diesen Zeugen der Jahrhunderte angelesen.
Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, …
Schicht für Schicht zum faulen Zwiebelkern
5 stars
Der schmale Band nimmt systematisch die Ideologie hinter dem Heilsversprechen Künstliche Intelligenz auseinander. Wer mit dem Faschismus-Begriff fremdelt, weil ein Nazivergleich für einen Chatbot doch zu weit greife, denkt nach den 184 Seiten vielleicht etwas anders. Hinter den oberflächlichen Schichten von Mühlhoffs Zwiebelmodell liegen die kruden und obskuren Weltanschauungen, die die Tech Bros lieber verborgen wüssten.
Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, …
Der schmale Band nimmt systematisch die Ideologie hinter dem Heilsversprechen Künstliche Intelligenz auseinander. Wer mit dem Faschismus-Begriff fremdelt, weil ein Nazivergleich für einen Chatbot doch zu weit greife, denkt nach den 184 Seiten vielleicht etwas anders. Hinter den oberflächlichen Schichten von Mühlhoffs Zwiebelmodell liegen die kruden und obskuren Weltanschauungen, die die Tech Bros lieber verborgen wüssten.
Sie lehnen alles Staatliche ab, propagieren „White-Supremacy“, kämpfen gegen Abtreibung, befürworten erzkonservative Geschlechterrollen und wähnen sich im Krieg gegen satanische …
Ryland Grace is the sole survivor on a desperate, last-chance mission--and if he fails, humanity …
Mehr als „Weltrettung durch Himmelfahrtskommando“
5 stars
Da wacht also mal wieder jemand in einem Raumschiff auf. Ohne Gedächtnis, damit Vorgeschichte und Weltallgeschehen parallel erzählt werden können. Die Erde ist bedroht, ein Amerikaner wird sie retten – auf einer Mission ohne Rückfahrschein. Klassischer geht es nicht.
Das waren meine ersten Gedanken zu „Project Hail Mary“ und ich wollte das Buch schon abtun – als unterhaltsam, aber vorhersehbar. Doch das täte Andy Weir Unrecht. Freunde hatten mir das Buch empfohlen, und mit der Zeit wurde mir auch klar, warum: Das Fesselnde ist hier die Wissenschaft, weniger die Fiktion.
Project Hail Mary kitzelt den Teil meiner Persönlichkeit, der die Weiten des Weltalls, die Faszination des Unbekannten und die Abgründe der Physik bestaunt. Das gesamte Abenteuer ist eine launige Reihe von Experimenten, die dem Protagonisten mehr über die Wirklichkeit verraten.
Weir erzählt eine Geschichte, die von Physik nur so strotzt – ohne dass die Erzählung oder der …
Da wacht also mal wieder jemand in einem Raumschiff auf. Ohne Gedächtnis, damit Vorgeschichte und Weltallgeschehen parallel erzählt werden können. Die Erde ist bedroht, ein Amerikaner wird sie retten – auf einer Mission ohne Rückfahrschein. Klassischer geht es nicht.
Das waren meine ersten Gedanken zu „Project Hail Mary“ und ich wollte das Buch schon abtun – als unterhaltsam, aber vorhersehbar. Doch das täte Andy Weir Unrecht. Freunde hatten mir das Buch empfohlen, und mit der Zeit wurde mir auch klar, warum: Das Fesselnde ist hier die Wissenschaft, weniger die Fiktion.
Project Hail Mary kitzelt den Teil meiner Persönlichkeit, der die Weiten des Weltalls, die Faszination des Unbekannten und die Abgründe der Physik bestaunt. Das gesamte Abenteuer ist eine launige Reihe von Experimenten, die dem Protagonisten mehr über die Wirklichkeit verraten.
Weir erzählt eine Geschichte, die von Physik nur so strotzt – ohne dass die Erzählung oder der theoretische Hintergrund darunter leiden. Seine Schilderungen bleiben verständlich, ohne trivial zu werden. Ich fühlte mich beim Lesen als Nerd angesprochen, aber nie durch zweckmäßige Vereinfachungen betrogen.
Ich bin (in diesem Sinne) glücklicherweise kein Physiker und konnte das Buch genießen, ohne mich an fachlichen Fehlern zu stoßen. Die Erzählung selbst ist unterhaltsam, wenn auch nicht herausragend. Die kräftige Würze mit Wissenschaft macht daraus aber ein großes Vergnügen, das ich gern weiterempfehle.
Die von Elon Musk ins Leben gerufene Abteilung für Regierungseffizienz, DOGE, war nur die Spitze …
Es gehört zu den bemerkenswertesten Vorstellungen unserer Zeit, dass das, was uns Silicon Valley verkauft, „die Zukunft“ ist. In gewissem technischen Sinne ist das richtig, aber nur, wenn wir jeglichen Utopismus aus dem Wort entfernen.
Die von Elon Musk ins Leben gerufene Abteilung für Regierungseffizienz, DOGE, war nur die Spitze …
In den letzten fünf Jahren haben die Unternehmen [des Silicon Valley] aufgehört, uns die Welt zu versprechen, und geben sich stattdessen damit zufrieden, sie zu dominieren. Das Überzeugungsvermögen ist verbraucht, das Vermögen ist geblieben.