Rezensionen und Kommentare

Florian

tyrandus@bookwyrm.de

Beitritt 2 Monate her

📚 Sachbücher, Historisches und (auch gern ulkige) Fantasy 🌍 Bücher auf Deutsch/Englisch/Französisch/Italienisch 🐘 anderswo im Fediverse: @tyrandus@troet.cafe

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Nelson Mandela: Der lange Weg zur Freiheit (Paperback, deutsch language, Fischer (Tb.), Frankfurt)

Überfällige Lektüre gegen meine eigene Unkenntnis

Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.

Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.

Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.

Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde …

Sarah Stein Lubrano: Don't Talk About Politics: How to Change 21st-Century Minds (Bloomsbury)

Democracy is dying because we are clinging to a dangerous and outdated myth: talking about …

Meinungen widerstehen Debatten

Auf Menschen einzureden, wird ihre Meinung nicht ändern. Klingt banal, erklärt aber einiges. Das Buch ist ein Versuch, aus Soziologie, Kognitionspsychologie, Philosophie und Politikwissenschaft ein Bild zusammenzusetzen, wie politische Veränderung zum Positiven aussehen kann.

Dazu wird erst einmal aufgeräumt mit falschen Annahmen. Etwa: Politischer Aktivismus verändert die gesellschaftliche Debatte. Stimmt nicht. Er verändert vor allem die Aktivist:innen selbst. Ähnlich gelagert: Freund:innen und ihre Ansichten haben große Überzeugungskraft. Stimmt nicht, denn sie sorgen hauptsächlich dafür, dass wir uns stärker politisieren – die Richtung ist offen. Debatten sind ebenfalls fruchtlos, gemessen am Ziel, Menschen von Standpunkten zu überzeugen.

Die Autorin zeigt, was aus wissenschaftlicher Sicht wirklich hilft. Wie Toleranz aufgebaut werden kann. Was Meinungen effektiv ändert. Und warum diese Methoden eigentlich keine Lösung sein können. Im zweiten Teil geht sie zu einem tiefer greifenden Ansatz über. Im Gegensatz zu den punktuellen Strategien, die auch Antidemokrat:innen für sich nutzen können, wirkt …