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Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, …
Schicht für Schicht zum faulen Zwiebelkern
5 Sterne
Der schmale Band nimmt systematisch die Ideologie hinter dem Heilsversprechen Künstliche Intelligenz auseinander. Wer mit dem Faschismus-Begriff fremdelt, weil ein Nazivergleich für einen Chatbot doch zu weit greife, denkt nach den 184 Seiten vielleicht etwas anders. Hinter den oberflächlichen Schichten von Mühlhoffs Zwiebelmodell liegen die kruden und obskuren Weltanschauungen, die die Tech Bros lieber verborgen wüssten.
Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, …
Der schmale Band nimmt systematisch die Ideologie hinter dem Heilsversprechen Künstliche Intelligenz auseinander. Wer mit dem Faschismus-Begriff fremdelt, weil ein Nazivergleich für einen Chatbot doch zu weit greife, denkt nach den 184 Seiten vielleicht etwas anders. Hinter den oberflächlichen Schichten von Mühlhoffs Zwiebelmodell liegen die kruden und obskuren Weltanschauungen, die die Tech Bros lieber verborgen wüssten.
Ryland Grace is the sole survivor on a desperate, last-chance mission--and if he fails, humanity …
Mehr als „Weltrettung durch Himmelfahrtskommando“
5 Sterne
Da wacht also mal wieder jemand in einem Raumschiff auf. Ohne Gedächtnis, damit Vorgeschichte und Weltallgeschehen parallel erzählt werden können. Die Erde ist bedroht, ein Amerikaner wird sie retten – auf einer Mission ohne Rückfahrschein. Klassischer geht es nicht.
Das waren meine ersten Gedanken zu „Project Hail Mary“ und ich wollte das Buch schon abtun – als unterhaltsam, aber vorhersehbar. Doch das täte Andy Weir Unrecht. Freunde hatten mir das Buch empfohlen, und mit der Zeit wurde mir auch klar, warum: Das Fesselnde ist hier die Wissenschaft, weniger die Fiktion.
Project Hail Mary kitzelt den Teil meiner Persönlichkeit, der die Weiten des Weltalls, die Faszination des Unbekannten und die Abgründe der Physik bestaunt. Das gesamte Abenteuer ist eine launige Reihe von Experimenten, die dem Protagonisten mehr über die Wirklichkeit verraten.
Weir erzählt eine Geschichte, die von Physik nur so strotzt – ohne dass die Erzählung oder der …
Da wacht also mal wieder jemand in einem Raumschiff auf. Ohne Gedächtnis, damit Vorgeschichte und Weltallgeschehen parallel erzählt werden können. Die Erde ist bedroht, ein Amerikaner wird sie retten – auf einer Mission ohne Rückfahrschein. Klassischer geht es nicht.
Das waren meine ersten Gedanken zu „Project Hail Mary“ und ich wollte das Buch schon abtun – als unterhaltsam, aber vorhersehbar. Doch das täte Andy Weir Unrecht. Freunde hatten mir das Buch empfohlen, und mit der Zeit wurde mir auch klar, warum: Das Fesselnde ist hier die Wissenschaft, weniger die Fiktion.
Project Hail Mary kitzelt den Teil meiner Persönlichkeit, der die Weiten des Weltalls, die Faszination des Unbekannten und die Abgründe der Physik bestaunt. Das gesamte Abenteuer ist eine launige Reihe von Experimenten, die dem Protagonisten mehr über die Wirklichkeit verraten.
Weir erzählt eine Geschichte, die von Physik nur so strotzt – ohne dass die Erzählung oder der theoretische Hintergrund darunter leiden. Seine Schilderungen bleiben verständlich, ohne trivial zu werden. Ich fühlte mich beim Lesen als Nerd angesprochen, aber nie durch zweckmäßige Vereinfachungen betrogen.
Ich bin (in diesem Sinne) glücklicherweise kein Physiker und konnte das Buch genießen, ohne mich an fachlichen Fehlern zu stoßen. Die Erzählung selbst ist unterhaltsam, wenn auch nicht herausragend. Die kräftige Würze mit Wissenschaft macht daraus aber ein großes Vergnügen, das ich gern weiterempfehle.
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde …
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde man vielleicht formulieren, dass seine Coping-Strategie das kontinuierliche Eintreten für die kleinsten Verbesserungen war. Und was sonst in Gefangenschaft alles möglich war – von verweigertem Brot bis hin zum Anlegen eines Gartens, mehr will ich nicht verraten –, überstieg auch meine Vorstellungen.
Abseits von den 10.000 Tagen Haft hat dieses Leben natürlich auch jede Menge Hoffnung, Tragik und Pathos zu bieten. Es geht mitunter weit ins Detail, aber es wird auf keiner Seite langatmig. Dazu haben sicher die am Schreiben Beteiligten beigetragen, und die Mischung aus fast schon legendärer Geschichte und menschlicher Nähe macht das Werk zu einem lesenswerten Erlebnis.
Mir bleiben jetzt vor allem zwei Dinge: Ich werde noch ein wenig mehr, auch kritischere Einordnungen, über das Südafrika dieser Zeit und heute lesen müssen. Und ich muss mich mal mit Mahatma Gandhi und anderen Freiheitskämpfer:innen auseinandersetzen – von ihnen weiß ich genauso wenig. Eine glückliche Begebenheit also, dieses Buch in die Finger bekommen zu haben – ich werde es mit gutem Gewissen weiterreichen.
Democracy is dying because we are clinging to a dangerous and outdated myth: talking about …
Meinungen widerstehen Debatten
3 Sterne
Auf Menschen einzureden, wird ihre Meinung nicht ändern. Klingt banal, erklärt aber einiges. Das Buch ist ein Versuch, aus Soziologie, Kognitionspsychologie, Philosophie und Politikwissenschaft ein Bild zusammenzusetzen, wie politische Veränderung zum Positiven aussehen kann.
Dazu wird erst einmal aufgeräumt mit falschen Annahmen. Etwa: Politischer Aktivismus verändert die gesellschaftliche Debatte. Stimmt nicht. Er verändert vor allem die Aktivist:innen selbst. Ähnlich gelagert: Freund:innen und ihre Ansichten haben große Überzeugungskraft. Stimmt nicht, denn sie sorgen hauptsächlich dafür, dass wir uns stärker politisieren – die Richtung ist offen. Debatten sind ebenfalls fruchtlos, gemessen am Ziel, Menschen von Standpunkten zu überzeugen.
Die Autorin zeigt, was aus wissenschaftlicher Sicht wirklich hilft. Wie Toleranz aufgebaut werden kann. Was Meinungen effektiv ändert. Und warum diese Methoden eigentlich keine Lösung sein können. Im zweiten Teil geht sie zu einem tiefer greifenden Ansatz über. Im Gegensatz zu den punktuellen Strategien, die auch Antidemokrat:innen für sich nutzen können, wirkt …
Auf Menschen einzureden, wird ihre Meinung nicht ändern. Klingt banal, erklärt aber einiges. Das Buch ist ein Versuch, aus Soziologie, Kognitionspsychologie, Philosophie und Politikwissenschaft ein Bild zusammenzusetzen, wie politische Veränderung zum Positiven aussehen kann.
Dazu wird erst einmal aufgeräumt mit falschen Annahmen. Etwa: Politischer Aktivismus verändert die gesellschaftliche Debatte. Stimmt nicht. Er verändert vor allem die Aktivist:innen selbst. Ähnlich gelagert: Freund:innen und ihre Ansichten haben große Überzeugungskraft. Stimmt nicht, denn sie sorgen hauptsächlich dafür, dass wir uns stärker politisieren – die Richtung ist offen. Debatten sind ebenfalls fruchtlos, gemessen am Ziel, Menschen von Standpunkten zu überzeugen.
Die Autorin zeigt, was aus wissenschaftlicher Sicht wirklich hilft. Wie Toleranz aufgebaut werden kann. Was Meinungen effektiv ändert. Und warum diese Methoden eigentlich keine Lösung sein können. Im zweiten Teil geht sie zu einem tiefer greifenden Ansatz über. Im Gegensatz zu den punktuellen Strategien, die auch Antidemokrat:innen für sich nutzen können, wirkt eine Sache in Richtung einer progressiven, offenen Gesellschaft. Sie zu schaffen ist nicht leicht, aber sie ist etwas, das viele Ehrenamtliche schon unbewusst tun.
In Summe: Das Buch ist kein episches Meisterwerk und manche der angeführten Belege lassen Raum für alternative Interpretationen. In den wichtigen Punkten scheint mir das Buch allerdings ein guter Leitfaden zu sein. Ich weiß jetzt in jedem Fall, was ich an Weihnachten nicht (so intensiv) tun werde: Menschen mit Diskussionen zu überzeugen versuchen.