Paranoid Fish rated Fun: 3 stars

Fun by Bela B Felsenheimer
»Die Band mag manchmal ungehobelt sein und das Festhalten an den Sex-Drugs-und-Rock-'n'-Roll-Riten aus der Zeit gefallen, aber Miriam ist sich …
Versuche, mir ein möglichst weites Feld an Literatur zu erschließen. Alle Epochen, alle Genres, mit besonderer Vorliebe für die Postmoderne und Science-Fiction.
Trying to explore a wide range of literature, especially fiction. All periods and genres, with a preference for postmodern literature and science fiction.
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»Die Band mag manchmal ungehobelt sein und das Festhalten an den Sex-Drugs-und-Rock-'n'-Roll-Riten aus der Zeit gefallen, aber Miriam ist sich …

»Die Band mag manchmal ungehobelt sein und das Festhalten an den Sex-Drugs-und-Rock-'n'-Roll-Riten aus der Zeit gefallen, aber Miriam ist sich …
Sie sind noch nicht so groß wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte, aber das sind ja auch hängengebliebene Has-Beens aus dem vorigen Jahrtausend, die ihre Songs mittlerweile von einer KI schreiben lassen und nach ihrer Fusion völlig unglaubwürdig geworden sind.
— Fun by Bela B Felsenheimer (Page 229)
😂
Zeckl kommt und unterbricht das Gespräch. »Wir müssen hier weg. Habt ihr mal auf die Musik geachtet?« Krass und Bassey hören zum ersten Mal bewusst auf den Sound aus den Boxen. Es ist schneller Rock mit deutschen Texten. Möglicherweise eine Band mit Punkwurzeln. Krass sieht Zeckl verständnislos an. »Das läuft schon die ganze Zeit. Das sind Die Waisen, diese ehemaligen Nazihoolkackbratzen, die jetzt plötzlich so auf Grauzone machen. Alter. Die werden nur von Nazis gehört. Ich bleib hier jedenfalls keine Minute länger.«
— Fun by Bela B Felsenheimer (Page 179)
Keine Ahnung, auf welche Band Bela B hier anspielt 🙃
Dieser Roman ist natürlich nicht wirklich funny - ich glaube, das Buch war, als es rauskam, eine direkte Reaktion auf die Missbrauchs-Enthüllungen um die Band Rammstein. Ein relevantes Thema also, und das Buch liest sich spannend (wenn auch der Ausdruck in diesem Kontext nicht ganz angemessen scheint). Ich mochte Bela B's Stil in "Scharnow", in diesem ernsteren Werk kommen aber die Personen teilweise ein bisschen schablonenhaft rüber. Vielleicht ist das auch gewollt, mal sehen, wie's weiter geht.
At first I thought this novel was going to have a setting of utopia versus dystopia. However, the book goes much deeper than that. There isn't actually any kind of utopia presented really, because the book critically engages with the "utopian" anarchist society and interestingly highlights possible conflicts and issues within such a society as well. Philosophical themes are also explored in dialogue between characters, discussing moral dilemmas and societal issues, arguably making the dialogue the best part of the book with the world building being a close second.
Throughout the whole book you can also see conflict of opposing concepts, such as capitalism and socialism, rich and poor, past and present, individuality and society, hierarchy and anarchy, and the possessed and the dispossessed. Even the protagonists scientific theories attempt to unite two opposing concepts of time.
Altogether, an incredible book I cannot recommend enough, and unexpectedly funny at times too!

»Die Band mag manchmal ungehobelt sein und das Festhalten an den Sex-Drugs-und-Rock-'n'-Roll-Riten aus der Zeit gefallen, aber Miriam ist sich …

Mit Hunger gelang Knut Hamsun 1890 sein literarischer Durchbruch. Nie wurde menschliches Leid so schonungslos und genau geschildert wie in …
Ich muss zugeben, mich hat das "Mini-Vorwort" des Buches zunächst etwas verwirrt: »Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam«
Das wirkte auf mich ein bisschen wie eine Aussage "Ich werde Euch was erzählen, das Euch nicht passen wird, aber verschont mich bitte mit Euren Kommentaren". Zumal ich persönlich den Roman schon eindeutig als eine Anklage für ein "Nie wieder" empfinde.
Der Anhang zu den Fassungen, die vor der Erstpublikation als Buch existierten (erste beim Verlag eingereichte Rohfassung, um allzu grauenvolle Beschreibungen gekürzte Vorabversion in einer Zeitung), macht aber deutlich, wie das gemeint war. Ursprünglich sollte der Roman deutlich politischere Aussagen gegen den Krieg enthalten. Beispiele dafür kann man im Anhang dann auch nachlesen. Für die Publikation wurde das aber entschärft, so dass …
Ich muss zugeben, mich hat das "Mini-Vorwort" des Buches zunächst etwas verwirrt: »Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam«
Das wirkte auf mich ein bisschen wie eine Aussage "Ich werde Euch was erzählen, das Euch nicht passen wird, aber verschont mich bitte mit Euren Kommentaren". Zumal ich persönlich den Roman schon eindeutig als eine Anklage für ein "Nie wieder" empfinde.
Der Anhang zu den Fassungen, die vor der Erstpublikation als Buch existierten (erste beim Verlag eingereichte Rohfassung, um allzu grauenvolle Beschreibungen gekürzte Vorabversion in einer Zeitung), macht aber deutlich, wie das gemeint war. Ursprünglich sollte der Roman deutlich politischere Aussagen gegen den Krieg enthalten. Beispiele dafür kann man im Anhang dann auch nachlesen. Für die Publikation wurde das aber entschärft, so dass der Text "neutraler" rüberkommt und sowohl von Kriegsgegnern als auch Befürwortern akzeptiert wird. Jetzt, 100 Jahre später, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass man diese "neutrale" Fassung als irgendwas anderes als starkes Statement gegen den Krieg verstehen kann.
Stichwort "100 Jahre später": der Anhang sagt, es wurde die Interpunktion und Orthografie der Erstausgabe von damals verwendet und nur offensichtliche Fehler/Uneinheitlichkeiten korrigiert. Dafür finde ich, habe ich dem Text sein Alter wirklich kaum angemerkt. Da fühlt sich die Sprache mancher Bücher von 1940 - 1960 irgendwie fremder an für mich. Ich war wirklich überrascht, wie flüssig sich das Buch hat lesen lassen, ich hatte anderes erwartet.
Ansonsten ist es natürlich ganz schön harter Tobak. Einerseits die ganz körperlichen Details des Nahkampfes in Gräben und Trichtern. Und auf der anderen Seite die mentalen Auswirkungen, gerade auch im Heimaturlaub, wo doch der Krieg vergleichsweise weit weg ist.