Zurück
Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten (Hardcover, German language, 2017, Ullstein)

England, 1881. Zwei bedeutende Männer leben nur wenige Meilen voneinander entfernt: Charles Darwin in einem …

Eine halbfiktive Doppelbiografie

Ich fühlte mich gleich zu Beginn an zwei andere postmoderne, fiktionalisierte Doppelbiografien erinnert, nämlich an "Mason & Dixon" von Thomas Pynchon, wenngleich dieses Werk um einiges fantastischer ist, und natürlich an Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" über Gauß und von Humboldt. Obwohl "Und Marx stand still in Darwins Garten" weit weniger episch ausgelegt ist, und lediglich den Lebensabend der zwei Zeitgenossen betrachtet, sowie eine fiktive Begegnung der beiden in Szene setzt, kann es mit letzterem durchaus mithalten, ist sogar meines Erachtens lebendiger und besser geschrieben. Es ist sehr spannend, wie die vielen Gemeinsamkeiten aber auch die Unterschiede dieser beiden einflussreichen Denker gegenübergestellt werden, und es gelingt der Autorin, obwohl sie philosophischen Tiefgang vermeidet, anspruchsvoll und unterhaltsam zugleich zu schreiben. Sehr empfehlenswert.