Ein Dorf an der polnisch-tschechischen Grenze. Im Sommer tummeln sich …
Review
4 stars
War am Anfang nicht ganz überzeugt, die Protagonistin hat mich im Laufe des Buches aber sehr für sich eingenommen. Schön geschrieben, die Zitate gut gewählt finde ich, generell schön philosophische und weltanschauliche Aspekte sehr natürlich untergebracht in einer spannenden aber nicht zu aufregenden Geschichte.
New York am 11. September. Eine Stadt in Asche und Rauch. In eindringlichen Bildern zeichnet …
Terror und wie er die Menschen verändert
4 stars
Mit knapper Not entkommt Keith aus den brennenden Twin Towers. Seine Wohnung liegt in der Sperrzone, deshalb zieht er wieder bei seiner getrennt lebenden Familie ein. Seine Frau Lianne und er kommen sich nach und nach wieder näher, jedoch ist das Ereignis an beiden nicht spurlos vorüber gegangen. Keith durchlebt immer wieder seine Flucht aus dem Gebäude. Als eine Nachbarin orientalische Musik hört, fühlt Lianne sich provoziert und rastet aus. Und der Sohn der beiden sucht immer wieder den Himmel nach weiteren Flugzeugen ab. Mir gefällt der Ansatz, wie die Folgen eines kaum in Worte zu fassenden Ereignisses am Mikrokosmos dieser einen Familie auf sehr persönliche und konkrete Weise aufgezeigt werden. Besonderen Eindruck haben auf mich auch die kurzen Rückblenden gemacht, die aus der Perspektive und dem ebenfalls sehr persönlichen Mikrokosmos eines der Flugzeugentführer geschrieben sind.
Mit knapper Not entkommt Keith aus den brennenden Twin Towers. Seine Wohnung liegt in der Sperrzone, deshalb zieht er wieder bei seiner getrennt lebenden Familie ein. Seine Frau Lianne und er kommen sich nach und nach wieder näher, jedoch ist das Ereignis an beiden nicht spurlos vorüber gegangen. Keith durchlebt immer wieder seine Flucht aus dem Gebäude. Als eine Nachbarin orientalische Musik hört, fühlt Lianne sich provoziert und rastet aus. Und der Sohn der beiden sucht immer wieder den Himmel nach weiteren Flugzeugen ab.
Mir gefällt der Ansatz, wie die Folgen eines kaum in Worte zu fassenden Ereignisses am Mikrokosmos dieser einen Familie auf sehr persönliche und konkrete Weise aufgezeigt werden.
Besonderen Eindruck haben auf mich auch die kurzen Rückblenden gemacht, die aus der Perspektive und dem ebenfalls sehr persönlichen Mikrokosmos eines der Flugzeugentführer geschrieben sind.
Bei Ausgrabungen in Israel findet der Archäologe Stephen Foxx in einem 2000 Jahre alten Grab …
Glaube spaltet, dieses Buch hingegen nicht. Stark von Beginn an, mit einigen Schachzügen, die einem damals noch absurd vorgekommen sein müssen. Das Ende zieht sich etwas, aber Eschbach schließt mit einem Paukenschlag ab.
Glaube spaltet, dieses Buch hingegen nicht.
Stark von Beginn an, mit einigen Schachzügen, die einem damals noch absurd vorgekommen sein müssen. Das Ende zieht sich etwas, aber Eschbach schließt mit einem Paukenschlag ab.
@Siegfried@bookwyrm.world Die Passage kommt, als wir das erste Mal die Perspektive von Kaun einnehmen. Donald wird eingangs auch namentlich erwähnt, aber aus einem Hörbuch jetzt die ganze Passage zu transkripieren war mir etwas viel Arbeit.
Bei Ausgrabungen in Israel findet der Archäologe Stephen Foxx in einem 2000 Jahre alten Grab …
... Manche sagten später auch größenwahnsinnig dazu und viele von denen, die das sagten, hatten zu denen gehört, die ihn beklatscht hatten, als er noch ganz oben zu stehen schien. Sein Sturz war schnell und grausam gewesen, Banken hatten ihre Kreditzusagen zurückgenommen, Investoren waren ausgestiegen, Projekte gescheitert und er war sehr, sehr tief gefallen, war fast völlig von der Bildfläche verschwunden.
Eigentlich nur ein Exkurs, der nichts zur Geschichte selbst beiträgt, aber in mir unglaubliche Bauchschmerzen auslöst. Über ein Viertel Jahrhundert nach Veröffentlichung dieses Romans ist das leider nicht so gealtert, wie es hätte altern sollen. Heute ist der Mensch, von dem hier die Rede ist, einer der mächtigsten Menschen auf diesem Planeten und lässt sich jetzt beklatschen, während er andere Menschen auf der Straße erschießen lässt.
Eigentlich nur ein Exkurs, der nichts zur Geschichte selbst beiträgt, aber in mir unglaubliche Bauchschmerzen auslöst. Über ein Viertel Jahrhundert nach Veröffentlichung dieses Romans ist das leider nicht so gealtert, wie es hätte altern sollen.
Heute ist der Mensch, von dem hier die Rede ist, einer der mächtigsten Menschen auf diesem Planeten und lässt sich jetzt beklatschen, während er andere Menschen auf der Straße erschießen lässt.
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde …
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde man vielleicht formulieren, dass seine Coping-Strategie das kontinuierliche Eintreten für die kleinsten Verbesserungen war. Und was sonst in Gefangenschaft alles möglich war – von verweigertem Brot bis hin zum Anlegen eines Gartens, mehr will ich nicht verraten –, überstieg auch meine Vorstellungen.
Abseits von den 10.000 Tagen Haft hat dieses Leben natürlich auch jede Menge Hoffnung, Tragik und Pathos zu bieten. Es geht mitunter weit ins Detail, aber es wird auf keiner Seite langatmig. Dazu haben sicher die am Schreiben Beteiligten beigetragen, und die Mischung aus fast schon legendärer Geschichte und menschlicher Nähe macht das Werk zu einem lesenswerten Erlebnis.
Mir bleiben jetzt vor allem zwei Dinge: Ich werde noch ein wenig mehr, auch kritischere Einordnungen, über das Südafrika dieser Zeit und heute lesen müssen. Und ich muss mich mal mit Mahatma Gandhi und anderen Freiheitskämpfer:innen auseinandersetzen – von ihnen weiß ich genauso wenig. Eine glückliche Begebenheit also, dieses Buch in die Finger bekommen zu haben – ich werde es mit gutem Gewissen weiterreichen.
Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten …
Irgendwann wirst du mir alles erzählen
5 stars
Rosa sucht nur Zerstreuung auf Sizilien, dem Herkunftsort ihrer Familie, wird dabei jedoch tief in die dunklen Machenschaften und Geheimnisse der Cosa Nostra hineingezogen.
Antworten auf alle ihre Fragen wird sie dabei nicht erhalten, weder von ihrer Familie, noch von Alessandro, dem Erben der verfeindeten Familie, oder gar dem capo dei capi - dem Boss aller Bosse. Egal, ob mit oder ohne Rosa, jeder verfolgt seine eigenen Ziele und Rosa lernt, dass es nur eine Person gibt, auf die sie sich wirklich verlassen kann: Sie selbst.
Kai Meyer gelingt hier ein grandioser Auftakt zur Arkadien-Trilogie, der an Spannung kaum zu überbieten ist. Er kratzt nur an der Oberfläche der Geheimnisse und Verschwörungen, gerade so, dass ein Weglegen des Buches nur sehr schwer fällt.
Arkadien erwacht ist vielleicht nicht perfekt. Aber über die wenigen Schwächen kann ich persönlich sehr gut hinwegsehen.
Rosa sucht nur Zerstreuung auf Sizilien, dem Herkunftsort ihrer Familie, wird dabei jedoch tief in die dunklen Machenschaften und Geheimnisse der Cosa Nostra hineingezogen.
Antworten auf alle ihre Fragen wird sie dabei nicht erhalten, weder von ihrer Familie, noch von Alessandro, dem Erben der verfeindeten Familie, oder gar dem capo dei capi - dem Boss aller Bosse. Egal, ob mit oder ohne Rosa, jeder verfolgt seine eigenen Ziele und Rosa lernt, dass es nur eine Person gibt, auf die sie sich wirklich verlassen kann: Sie selbst.
Kai Meyer gelingt hier ein grandioser Auftakt zur Arkadien-Trilogie, der an Spannung kaum zu überbieten ist. Er kratzt nur an der Oberfläche der Geheimnisse und Verschwörungen, gerade so, dass ein Weglegen des Buches nur sehr schwer fällt.
Arkadien erwacht ist vielleicht nicht perfekt. Aber über die wenigen Schwächen kann ich persönlich sehr gut hinwegsehen.