Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

Wie die Konstruktion des Ostens unsere Gesellschaft spaltet

11.8 x 2.6 x 19.5 cm, 224 Seiten

Sprache: Deutsch

Veröffentlicht von Ullstein.

ISBN:
978-3-550-20234-6
ISBN kopiert!

»Der Osten hat keine Zukunft, solange er nur als Herkunft begriffen wird.«

Was bedeutet es, eine Ost-Identität auferlegt zu bekommen? Eine Identität, die für die wachsende gesellschaftliche Spaltung verantwortlich gemacht wird? Der Attribute wie Populismus, mangelndes Demokratieverständnis, Rassismus, Verschwörungsmythen und Armut zugeschrieben werden? Dirk Oschmann zeigt in seinem augenöffnenden Buch, dass der Westen sich über dreißig Jahre nach dem Mauerfall noch immer als Norm definiert und den Osten als Abweichung. Unsere Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden von westdeutschen Perspektiven dominiert. Pointiert durchleuchtet Oschmann, wie dieses Othering unserer Gesellschaft schadet, und initiiert damit eine überfällige Debatte.

2 Auflagen

hat Der Osten: eine westdeutsche Erfindung von Dirk Oschmann besprochen

Eine provokante Sichtbarmachung von Missständen der letzten Jahrzehnte

Oschmann zeigt, dass der „Osten“ weniger eine geografische Realität als ein westdeutsches Konstrukt ist, das bestehende Machtverhältnisse zementiert. Er belegt dies mit Fakten: Nur 1,7% der Spitzenpositionen in Politik, Wirtschaft und Justiz sind von Ostdeutschen besetzt, und der Einkommensunterschied beträgt auch über 30 Jahre später noch rund 22,5% (Oschmann, S. 45 ff., 102 ff.; Statistisches Bundesamt 2022).

Dieses Buch ist nicht nüchtern, es ist eine polemische Anklage gegen die strukturelle Benachteiligung Ostdeutscher. Oschmann kritisiert die Diffamierung als „Jammerossi“ und die marginalisierende Rolle des „Ostbeauftragten“, der echte politische Mitbestimmung verhindert. Er zeigt, wie westdeutsche Eliten die DDR-Erfahrung auf Diktatur und Rückständigkeit reduzieren und dabei die partizipative Demokratieerfahrung vieler Ostdeutscher ausblenden.

Die Dringlichkeit seiner Botschaft wird unterstrichen durch Oschmanns wütenden und provokanten Ton. Er entlarvt die westdeutsche Deutungshoheit als Teil eines Systems, das ökonomische und politische Macht im Westen konzentriert und den Osten zum ewigen Nachzügler degradiert. Auch kulturell werden …

None

Bei dem Buch handelt es sich offenbar um eine Abrechnung. Der Ton ist, wie er ist, und wird schließlich auch im letzten Kapitel argumentiert. Was mich jedoch stört, ist, dass es größtenteils eine buchgewordene Glosse ist, die sich hinter immer wieder hinter wissenschaftlichem Stil versteckt.

Er wirft den eigenen Kritikern vor, dass sie nur oberflächliche Argumente bringen; die einzige genannte Studie, die jedoch nicht seine Punkte unterstützt, zieht er ins Lächerliche, ohne sie substanziell zu entkräften. 

Generell wirft er lustig Zahlen aus Studien zusammen und vergleicht z.B. den Durchschnitt der einen Seite mit den Extrema der anderen (bei dem Mietenvergleich) und versucht damit den Durchschnitt zu entkräften. Auch scheint er teilweise auf Studien aufzubauen und dann Schlussfolgerungen zu treffen, die auf jeden Fall nicht mehr Teil des zitierten Texts sind und die auch schwer als Kausalität dargestellt werden können (etwa Heiratsunterschied Männer/Frauen und Osten/Westen).

Die Kampfansage gegen die differenzierte Auseinandersetzung …

avatar for LinaNox

bewertet es mit