Ein wiederentdeckter Planet, ein verlorenes Experiment, ein Paradies, das zu einem Gefängnis wurde.
Vor …
Manchmal muss man ja auch glücklicher Erster sein also hab ich den einzigen 4. Band spontan im Bahnhofskiosk mitgenommen. (Veröffentlichung ist wohl erst eine Woche her und hat sogar nen Schnittfehler auf Seite 137)
In ferner Zukunft landet das mächtige Raumschiff »Der Unbesiegbare« auf dem Planeten Regis III, um …
Vom Unbesiegbaren
5 Sterne
Wer befürchtet, die Andeutungen des Buchrückens von Konsequenzen für das ganze Universum und menschlicher Hybris fänden sich rein pathetisch in diesem Buch, wird erleichtert sein. Dieser Roman fasziniert vor allem durch die Ideen einer antiken Science-Fiction, in der allein Lems Begriffsschöpfungen von Automaten und Apparaturen zur planetaren Erkundung roh, klobig und rein funktional sind. Weder verspielte Digitalisierung noch ein umwerbender Marketingsprech sind hier zu finden, der Mensch herrscht hier noch absolut als Mensch auch im bewussten Selbstverständnis herrschen zu wollen über die von ihm separierte Technik (zwar bemüht aber im Selbstverständnis keinesfalls genötigt diese Distanz zu halten) und gerade an diesem den Roman verstärkenden Eindruck wirkt die Kluft zur Moderne umso bereichernder. Wie steht es heute um unser Verhältnis zur nicht-menschlichen Umwelt, um unseren Herrschaftsanspruch, um den Unbesiegbaren?
Wer befürchtet, die Andeutungen des Buchrückens von Konsequenzen für das ganze Universum und menschlicher Hybris fänden sich rein pathetisch in diesem Buch, wird erleichtert sein. Dieser Roman fasziniert vor allem durch die Ideen einer antiken Science-Fiction, in der allein Lems Begriffsschöpfungen von Automaten und Apparaturen zur planetaren Erkundung roh, klobig und rein funktional sind. Weder verspielte Digitalisierung noch ein umwerbender Marketingsprech sind hier zu finden, der Mensch herrscht hier noch absolut als Mensch auch im bewussten Selbstverständnis herrschen zu wollen über die von ihm separierte Technik (zwar bemüht aber im Selbstverständnis keinesfalls genötigt diese Distanz zu halten) und gerade an diesem den Roman verstärkenden Eindruck wirkt die Kluft zur Moderne umso bereichernder.
Wie steht es heute um unser Verhältnis zur nicht-menschlichen Umwelt, um unseren Herrschaftsanspruch, um den Unbesiegbaren?
Werden wir wirklich objektiv informiert? Die Tagesschau ist die wichigste Nachrichtenmarke des Landes. Millionen Menschen …
Sammlung von Symptomen im Anekdoten-Rausch
3 Sterne
Bemüht in einer möglichst nüchterne Art werden Anekdoten in einen Lesefluss gespeist, verknüpft oder thematisch gruppiert um einen Einblick ins Innere der Tagesschau zu bieten. Dieser unvollständinge und durchaus subjektiv geprägte Bericht - es existieren auch lediglich drei Seite ergänzende Anmerkungen - sei dem durchaus unparteiisch auftretendem Autor gegönnt dabei auch in Seitenhieben gegen vermeintlich Linksradikale erkennbar am barfüßigen Gang und Ingwerwasser Geschlürfe zu schießen. Analytisches hingegen sollte man von diesem Werk nichts erwarten. Selbst wenn der Autor gelegentlich ausholt, dann beispielsweise widersprüchlich wenn er nach seinem Plädoyer gegen den Staatsfunk situativ eine Wiedergabe von staatlicher Verfassungsposition empfiehlt, endet er langfristig in einem Modus des die Twenty berichtet dies, sollte es nicht, die Twenty berichtet dies nicht, sollte es doch, der natürlich die simple Antithese der Ausgewogenheit mit man könne es nicht allen Recht machen beschwört. Diese Erwiderung ist selbstverständlich genauso platt und falsch wie sich damit das fehlende argumentative …
Bemüht in einer möglichst nüchterne Art werden Anekdoten in einen Lesefluss gespeist, verknüpft oder thematisch gruppiert um einen Einblick ins Innere der Tagesschau zu bieten. Dieser unvollständinge und durchaus subjektiv geprägte Bericht - es existieren auch lediglich drei Seite ergänzende Anmerkungen - sei dem durchaus unparteiisch auftretendem Autor gegönnt dabei auch in Seitenhieben gegen vermeintlich Linksradikale erkennbar am barfüßigen Gang und Ingwerwasser Geschlürfe zu schießen.
Analytisches hingegen sollte man von diesem Werk nichts erwarten. Selbst wenn der Autor gelegentlich ausholt, dann beispielsweise widersprüchlich wenn er nach seinem Plädoyer gegen den Staatsfunk situativ eine Wiedergabe von staatlicher Verfassungsposition empfiehlt, endet er langfristig in einem Modus des die Twenty berichtet dies, sollte es nicht, die Twenty berichtet dies nicht, sollte es doch, der natürlich die simple Antithese der Ausgewogenheit mit man könne es nicht allen Recht machen beschwört.
Diese Erwiderung ist selbstverständlich genauso platt und falsch wie sich damit das fehlende argumentative Grundgerüst worüber die Tagesschau grundsätzlich berichten solle aufzeigen lässt. Dennoch werden eine Menge erschreckend banaler Symptome eines schlechten Journalismus und so mancher Strukturen von der Willkür getroffener Entscheidung über faktische Fehler bis hin zum Einfluss anderer Medien oder der Aufmerksamkeitsökonomie aufgezeigt und aus der Innensicht erläutert.
Die Kritik dieser Symptome ist richtig und sollte weder verkannt, verachtet oder verlacht werden.
Von dem Gala-Journalismus und der Erregungsökonomie, nachdem darüber alle gesprochen haben bin ich doch mal gespannt was die "salzigen" Autoren aus so manchem Buchmessetalk liefern oder nachgebessert haben. (https://youtu.be/SpXOdIyFTAg ARD Buchmesse 21.10.2022)
Von dem Gala-Journalismus und der Erregungsökonomie, nachdem darüber alle gesprochen haben bin ich doch mal gespannt was die "salzigen" Autoren aus so manchem Buchmessetalk liefern oder nachgebessert haben.
(https://youtu.be/SpXOdIyFTAg ARD Buchmesse 21.10.2022)
Werden wir wirklich objektiv informiert? Die Tagesschau ist die wichigste Nachrichtenmarke des Landes. Millionen Menschen …
Da sich auf meinem Bord zu viele schlechte Bücher einreihen habe ich was frisches besorgt... und dann doch zu dem mir unbekannten gegriffen. Bisher überraschend faktisch nüchterner Bericht, bin gespannt wie sich das entwickelt, gerade weil auf der Rückseite ja so einige Triggerpunkte aufgezählt werden.
Eine Klima-Allianz – Unsere letzte Chance? Der Klimawandel – eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes steht uns …
Grotesk
1 Stern
Utopien zu konstruieren ist nicht gerade leicht, allein weil sie die Zukunft betreffen. Die gewählte Form ist jedoch bereits mangelhaft: Einerseits versucht das Werk große Zusammenhänge zu fassen, anderseits persönliche Perspektiven darauf zu bieten. Das Ergebnis dieses Widerspruchs sind unpersönliche Charaktere mit wenn nicht kindlichen dann hölzernen Dialogen in einer Ansammlung mühsam aneinander getackerter staccatoartig steifer Berichtsfetzen, die nur eine Fassade von Internationalität erzeugen können, bestenfalls unterbrochen von vom Thema abschweifenden pseudophilosophisch undurchdachten oder belanglosen hyperpräzisen Wissenseinschüben.
Science Fiction lebt von einer Idee und auf die Prämisse eines Klimabündnisses könnte man sich einlassen, wäre der Autor nicht bereits so fantasielos explizit gegenwärtige Persönlichkeiten einbinden zu müssen (der Roman hätte oberflächlich nicht schlechter altern können) und damit bereits an der Genre Verortung zu rütteln. Die folgende inhaltliche Schlichtheit lässt sich problemlos als Schülerwitz erzählen: Ein Amerikaner, ein Chinese und ein Russe kommen in ne Bar und machen Weltfrieden aber Rossmann …
Utopien zu konstruieren ist nicht gerade leicht, allein weil sie die Zukunft betreffen. Die gewählte Form ist jedoch bereits mangelhaft: Einerseits versucht das Werk große Zusammenhänge zu fassen, anderseits persönliche Perspektiven darauf zu bieten. Das Ergebnis dieses Widerspruchs sind unpersönliche Charaktere mit wenn nicht kindlichen dann hölzernen Dialogen in einer Ansammlung mühsam aneinander getackerter staccatoartig steifer Berichtsfetzen, die nur eine Fassade von Internationalität erzeugen können, bestenfalls unterbrochen von vom Thema abschweifenden pseudophilosophisch undurchdachten oder belanglosen hyperpräzisen Wissenseinschüben.
Science Fiction lebt von einer Idee und auf die Prämisse eines Klimabündnisses könnte man sich einlassen, wäre der Autor nicht bereits so fantasielos explizit gegenwärtige Persönlichkeiten einbinden zu müssen (der Roman hätte oberflächlich nicht schlechter altern können) und damit bereits an der Genre Verortung zu rütteln.
Die folgende inhaltliche Schlichtheit lässt sich problemlos als Schülerwitz erzählen: Ein Amerikaner, ein Chinese und ein Russe kommen in ne Bar und machen Weltfrieden aber Rossmann erzählt weiter (denn das seien morgen Internationalisten) aber jetzt kommt ein patriotischer böser Russe, ein patriotischer heimtückischer Chinesen und ein verlogener, scheinheiliger und auch sonst moralisch verkommener - Überraschung - Araber um zu stören.
Man könnte meinen hier handle es sich um tief verwurzelten Rassismus und billige Ressentiments, viel wahrscheinlicher ist jedoch Rossmann hat dafür genauso wenig Verständnis wie für sonstige Gesellschaftsprozesse, Diplomatie oder Weltpolitik im allgemeinen und da haben auch all die Recherche-Flicken nichts beizutragen. Das Werk löst keinerlei Widersprüche auf, liefert keinerlei Erkenntnisgewinn und gibt keinerlei Anschein sich mit der Thematik des Klimawandels überhaupt beschäftigen zu wollen.
200 Seiten braucht dieser Roman um zur versprochenen Prämisse der Buchrückseite vorzustoßen um dann in der notwendigen Rede an die "Landsleute" und den Leser der (selbstverständlich amerikanischen) Präsidentin bereits zu scheitern denn es brauche für Klimaschutz unter anderem nur eine einmalige Vermögenssteuer ab 3 Mio. aber bei Ehepaaren erst ab 4,5 Mio. von 12-25%, AGs nur 8%, natürlich 100% Abrüstung, einen Zwang für Brasilien zum Regenwaldschutz und für Nigeria zur 1-Kind-Politik und das ist selbstverständlich militärischer aufrüstender Zwang. Vier Seiten dieser Rede füllt ein Autor, Mitbegründer der Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, mit Bevölkerungsentwicklungsentwicklung. Allein das Wort "Öl" hingegen scheint ein Tabu.
Diesen Unsinn kann auch die herbeigeschriebene Fusion manches Stückwerkes in einen vorhersehbaren Spannungsanstieg nicht retten. Selbst wenn Rossmann nur diesen letzten Abschnitt im Epilog zur Entstehung des Romanes als Teil des Romanes im Gespräch mit Gerhard Schröder meint, die Bezeichnung Thriller bleibt auch hier wie weite Teile des Romanes schlicht einfach grotesk.
Eine Klima-Allianz – Unsere letzte Chance? Der Klimawandel – eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes steht uns …
Ach du je, nationalistische Nationen, die sich nun ihrer Patrioten erwehren müssen, da ist doch was nicht ganz knusper, das hat doch kein Unternehmer sondern ein Fünftklässler verfasst.
Habe in die Danksagung vorgeblättert - da wird Christian Wulff und Hans Werner Sinn gedankt. Oh. Scheinbar war da eine ganze Rasselbande Fünftklässler ausschlaggebend. Wie soll man dieses Buch bloß einordnen? So froh doch nicht die ganze Reihe auf einen Rutsch gekauft zu haben. :/
Ach du je, nationalistische Nationen, die sich nun ihrer Patrioten erwehren müssen, da ist doch was nicht ganz knusper, das hat doch kein Unternehmer sondern ein Fünftklässler verfasst.
Habe in die Danksagung vorgeblättert - da wird Christian Wulff und Hans Werner Sinn gedankt. Oh. Scheinbar war da eine ganze Rasselbande Fünftklässler ausschlaggebend.
Wie soll man dieses Buch bloß einordnen? So froh doch nicht die ganze Reihe auf einen Rutsch gekauft zu haben. :/
John Openshaw erhält einen seltsamen Brief mit fünf Apfelsinenkernen darin. Schon sein Onkel und sein …
Kann man mal gelesen haben
3 Sterne
Reine Unterhaltungskrimis, die den Spannungsbogen halten durch eine häppchenweise Aufklärung und den Geniekult um Holmes und seine vermeintlich geniale Art Schlüsse zu ziehen, die man dem Leser gar nicht erst erlaubt. Zusammen mit der alten Ausrucksweise kann man dem ganzen als Zeitzeugnis etwas abgewinnen.
Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.
…
Bereichernder Gedankenfluss
5 Sterne
Der erste Eindruck: Ein Büchlein, das nur durch sein Hardcover von einem Heft unterscheidbar ist, muss argumentativ liefern, um diesem umfassenden Thema überhaupt gerecht zu werden. Und das tut es, denn im Gegensatz zu Zeitgenossen gelingt Nymoen etwas: sich bereichernde Gedanken zu machen. Und auch wenn sich sein erzählerischer Duktus wiederfindet, findet sich hier ein Gedankenfluss, angereichert mit Fußnoten (durchaus auch als Referenz auf Vordenker oder Literatur), der nicht einfach im Trivialen versandet oder wild durch Unkulturlandschaften mäandert. Dieser Gedankenfluss wird bewusst gegliedert mit dem klaren Ziel Erkenntnisgewinn und Denkanstöße an alle zu transportieren, die sich mit oder ohne Vorwissen auf das Gewässer wagen.
Die bekannte Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim untersucht mit analytischem Scharfsinn …
Hybris: "Tatsachen, Meinungen, Fantasien und Ängste [als] große Matschepampe vermischt"
2 Sterne
Was erwartet man von populär-wissenschafftlichen Büchern? Autorin Mai führt ganz im Stile ihrer Internetauftritte fachlich korrekt durch einen bunten Strauß an Themen und die Infoboxen sind nett, ein paar Methodiken interessant, ein paar Begrifflichkeiten bereichernd. Handwerklich stören Verweise auf in SW fehlende Einfärbungen, umgebrochene eingezwängte Exkurse oder bspw. Abb. 3.4/3.5, die statt im Verhältnis aufbereitet zu werden, mit unbeschrifteten Achsen zum Umblättern einladen und selbst dann im Vergleich sind die Balken nicht einmal in der gleichen Reihenfolge angeordnet. Aber ist das Grundsätzliches? Spätestens wenn man bei Tierethik über das Argument stolpert, hätte man nur schwangere Mäuse gequält, hätte man die Contergan-Katastrophe für Menschen verhindern können, muss man innehalten und sich fragen, dieses Buch strotzt vor Daten und kann doch keine Erkenntnisse generieren, was läuft hier verkehrt?
Da eignet sich Kapitel 3, denn da geht es ums wichtigste, ums Geld (den Gender Pay Gap). Warum wird man am Ende mit …
Was erwartet man von populär-wissenschafftlichen Büchern? Autorin Mai führt ganz im Stile ihrer Internetauftritte fachlich korrekt durch einen bunten Strauß an Themen und die Infoboxen sind nett, ein paar Methodiken interessant, ein paar Begrifflichkeiten bereichernd. Handwerklich stören Verweise auf in SW fehlende Einfärbungen, umgebrochene eingezwängte Exkurse oder bspw. Abb. 3.4/3.5, die statt im Verhältnis aufbereitet zu werden, mit unbeschrifteten Achsen zum Umblättern einladen und selbst dann im Vergleich sind die Balken nicht einmal in der gleichen Reihenfolge angeordnet. Aber ist das Grundsätzliches? Spätestens wenn man bei Tierethik über das Argument stolpert, hätte man nur schwangere Mäuse gequält, hätte man die Contergan-Katastrophe für Menschen verhindern können, muss man innehalten und sich fragen, dieses Buch strotzt vor Daten und kann doch keine Erkenntnisse generieren, was läuft hier verkehrt?
Da eignet sich Kapitel 3, denn da geht es ums wichtigste, ums Geld (den Gender Pay Gap). Warum wird man am Ende mit einer DIW-Studie belästigt, wenn ihre Verortung der Systemrelevanz von Berufen bereits anzuzweifeln ist? Im Gegenteil, ein flapsiger Kommentar zu Herbert Diess sei überbezahlt aber nicht systemrelevant - relevant gemessen im System einer imaginären Inselwirtschaft oder im realen Kapitalismus, wo die Besitzverhältnisse an virtuellem als Bankenkrise die Weltwirtschaft mehr erzittern lassen als manche Hungersnot - zu verurteilen sei nur Meinungssache. Das stellt alles Vermessen zuvor infrage, Gerechtigkeit doch wieder nur Ansichtssache?
Das ideologisch hier ein blinder Fleck im angeblich überlegenen kritischen Denken marodiert, zeigt sich bei der Verurteilung des GPG. Zwar wird herausgearbeitet, dass die Schwangerschaft allein der Karriere der Frau trotz gleichem Lohn einen Wissensrückstand einbringt, aber weder wird thematisiert, dass sich dieser biologische Umstand per Definition nicht wegoptimieren lässt (es sei denn Kind klonen oder kaufen), noch wie problematisch der Umgang damit ist. Stattdessen wird die Care-Arbeit als gesellschaftlich für das System relevant eingeordnet und der die Karriere liebenden Mutter die Entfremdung ihres Nachwuchses in die dann wenigstens wieder systemisch vollmonetarisierte Erziehungseinrichtung nahegelegt, denn wie sollte man die unausgegorene Idee eine fiktive Karriere verzinst zu vergüten umsetzen.
Und damit ist das unausgesprochene Gewitter als Antwort auf die Frage nach der Systemrelevanz fertig gebraut. Denn egal wie viel hier systemisch auf die Seiten geklatscht wird, die so über die Schwangerschaft hinaus verdummte Frau (und gleichberechtigt der dumme Mann) fristen verschuldet oder entschieden ja bereits rein selbstbestimmt ihren schlechteren (verdienten) Lebensstandard. Kaum fehlen die Daten solle man sich bitte wenigstens auf das Funktionieren des Systems einigen.
Fazit: Die größten Streitfragen der Wissenschaft? Wurde Gretas "Unite behind the science" als zu einfach belächelt, fällt der Autorin selbst nichts ein außer ein selbst bescheinigtes "dann doch fast schon religiös[es]" teilen eines wissenschaftlichen Science Spirits. Als FFF Unterzeichnerin gilt Hauptsache konstruktiv, denn es müsse noch besser gestritten, vermessen, gedacht ja mehr vernunft werden, als hätte man sich selber noch nicht genug in der Kategorie der Kritik völlig verrannt. Ohne ideologische Ausrüstung bleibt die Suche nach der kleinsten gemeinsamen Wirklichkeit belangloses statistisches Gestocher und diejenigen, von denen man sich wünschen würde sie läsen dieses Buch, die hat man bereitwillig abgestempelt und längst zurückgelassen.
Katharina Blum, die Zentralfigur dieser Erzählung, ist eine junge hübsche Haushälterin, die nebenberuflich bei Empfängen …
Vom Schützen
5 Sterne
Böll gelingt eine Erzählung in Form eines berichtenden Thrillers, die auch aus der eigenen Überzeugung heraus jede Sensationslust an sich selber vernichtet, indem sie schnellstmöglich alle Geschehnisse offenlegt. Übrig bleibt einzig eine Sehnsucht nach Aufklärung der Verhältnisse. Böll stellt mit dieser Erzählung jedoch nicht einfach banal die Hegemonie einer gewisser ZEITUNG infrage, sondern auch die eines der mächtigsten Gedankencluster - des Schutzes. Jemand der schützt ist gut, ein regelrechter Schutzmann des unmündigen Bürgers, was ließe sich schon dagegen andenken? Der unpersonifizierte Untertitel nennt unbestimmte Gewalt, wirft die Frage auf, wer wird welche Gewalt ausüben, wer wird wen wovor genau schützen? Pflichtlektüre.
Böll gelingt eine Erzählung in Form eines berichtenden Thrillers, die auch aus der eigenen Überzeugung heraus jede Sensationslust an sich selber vernichtet, indem sie schnellstmöglich alle Geschehnisse offenlegt. Übrig bleibt einzig eine Sehnsucht nach Aufklärung der Verhältnisse. Böll stellt mit dieser Erzählung jedoch nicht einfach banal die Hegemonie einer gewisser ZEITUNG infrage, sondern auch die eines der mächtigsten Gedankencluster - des Schutzes. Jemand der schützt ist gut, ein regelrechter Schutzmann des unmündigen Bürgers, was ließe sich schon dagegen andenken? Der unpersonifizierte Untertitel nennt unbestimmte Gewalt, wirft die Frage auf, wer wird welche Gewalt ausüben, wer wird wen wovor genau schützen?
Pflichtlektüre.
Ursprünglich unter dem Pseudonym Peter Coffin erschienen, unterscheidet sich Latimers umfangreichster Roman 'Der enthauptete Großvater' …
Vom Irren
5 Sterne
Eigentlich ein ganz gewöhnlicher klassischer Krimi in gehobener Erbengesellschaft mit mal vorhersehbaren und mal überraschenden Wendungen, dann aber ist da das Irre. Das irren - häufig sogar aktive in die Irre führen - und natürlich das Irre zu vertreiben und die Ordnung wieder herzustellen gehört zum Krimi grundsätzlich dazu und dennoch steht die Ordnung hier ein wenig ratlos dem Irren gegenüber, denn das manifestierte Element des Irren hält zwat irrational aber natürlich auch dankbar die rationale Ordnung auf Trab, dem Irren immer wieder nachzujagen. Überrascht auf diese Ebene abstrahiert mit erstaunlich tiefgründigen Gedanken, sodass man dann doch von einem außergewöhnlichen Krimi sprechen kann.
Zunächst erwartet man eine klassische fast langweilige Dystopie: was uns als utopisch inszeniert wird, das müssen wir mit kindlichen Trotz als dystopisch ablehnen und während man regelmäßig innehält und überlegt - haben wir nicht schon eine Dystopie, in der von den Umständen der Beruf fremdbestimmt bestimmt wird, ist die akzeptierte staatlich verordnete Arbeitslosigkeit wirklich dystopischer gegenüber einer erforderlichen aber verachteten Arbeitslosigkeit und sind Sozialpunkte für ehrenamtliches Engagement dystopischer als Applaus für unterbezahltes Pflegepersonal - da muss man realisieren, Hannig verkauft hier aus liberaler Sicht die vegan-links-grüne Ökodiktatur, denn was wenn nicht ein drohendes Gänsebratenverbot wäre realistischter und für jeden Liberalen dystopischer? Und das hat man ja wohl eher selten, dass man über die Zwänge einer Dystopie laut zu lachen anfängt, die sich verzweifelt nach dem großen Bruder streckt jedoch als kindlich-kleiner Bruder hastig über Verhaltensbrüche stolpert. Aber gerade wenn man glaubt jetzt habe man das Werk durchschaut, jetzt hat man …
Zunächst erwartet man eine klassische fast langweilige Dystopie: was uns als utopisch inszeniert wird, das müssen wir mit kindlichen Trotz als dystopisch ablehnen und während man regelmäßig innehält und überlegt - haben wir nicht schon eine Dystopie, in der von den Umständen der Beruf fremdbestimmt bestimmt wird, ist die akzeptierte staatlich verordnete Arbeitslosigkeit wirklich dystopischer gegenüber einer erforderlichen aber verachteten Arbeitslosigkeit und sind Sozialpunkte für ehrenamtliches Engagement dystopischer als Applaus für unterbezahltes Pflegepersonal - da muss man realisieren, Hannig verkauft hier aus liberaler Sicht die vegan-links-grüne Ökodiktatur, denn was wenn nicht ein drohendes Gänsebratenverbot wäre realistischter und für jeden Liberalen dystopischer? Und das hat man ja wohl eher selten, dass man über die Zwänge einer Dystopie laut zu lachen anfängt, die sich verzweifelt nach dem großen Bruder streckt jedoch als kindlich-kleiner Bruder hastig über Verhaltensbrüche stolpert. Aber gerade wenn man glaubt jetzt habe man das Werk durchschaut, jetzt hat man wohl alles gelesen was noch kommen wird, dann wird man doch tatsächlich von ernsthaften Anklängen überrascht. Fazit: Dieses Werk zeigt Verklärung tatsächlich optimaler, als es den ersten Anschein hat und obwohl sich die Frage stellt, ob das alles optimal bewusst geplant ist, gäbe es keine größere Kritik am Optimierungswahn unserer Zeit. Und nun wieder jeder an seinen Platz. (Den freiheitlich-individuell gewählten versteht sich)