Hemera hat Die Optimierer von Theresa Hannig besprochen
Korrekturvermerk: Optimal verklärt
5 Sterne
Zunächst erwartet man eine klassische fast langweilige Dystopie: was uns als utopisch inszeniert wird, das müssen wir mit kindlichen Trotz als dystopisch ablehnen und während man regelmäßig innehält und überlegt - haben wir nicht schon eine Dystopie, in der von den Umständen der Beruf fremdbestimmt bestimmt wird, ist die akzeptierte staatlich verordnete Arbeitslosigkeit wirklich dystopischer gegenüber einer erforderlichen aber verachteten Arbeitslosigkeit und sind Sozialpunkte für ehrenamtliches Engagement dystopischer als Applaus für unterbezahltes Pflegepersonal - da muss man realisieren, Hannig verkauft hier aus liberaler Sicht die vegan-links-grüne Ökodiktatur, denn was wenn nicht ein drohendes Gänsebratenverbot wäre realistischter und für jeden Liberalen dystopischer? Und das hat man ja wohl eher selten, dass man über die Zwänge einer Dystopie laut zu lachen anfängt, die sich verzweifelt nach dem großen Bruder streckt jedoch als kindlich-kleiner Bruder hastig über Verhaltensbrüche stolpert. Aber gerade wenn man glaubt jetzt habe man das Werk durchschaut, jetzt hat man wohl alles gelesen was noch kommen wird, dann wird man doch tatsächlich von ernsthaften Anklängen überrascht. Fazit: Dieses Werk zeigt Verklärung tatsächlich optimaler, als es den ersten Anschein hat und obwohl sich die Frage stellt, ob das alles optimal bewusst geplant ist, gäbe es keine größere Kritik am Optimierungswahn unserer Zeit. Und nun wieder jeder an seinen Platz. (Den freiheitlich-individuell gewählten versteht sich)
