Wirklich ein ganz hervorragendes, intelligentes und unterhaltsames kleines Buch, das ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann.
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"Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele". -Marcus Tullius Cicero.
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Bücher von lysander07
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lysander07 hat The Hobbit bewertet: 5 Sterne

The Hobbit von J. R. R. Tolkien
Bilbo Baggins is a hobbit who enjoys a comfortable, unambitious life, rarely traveling any farther than his pantry or cellar. …
lysander07 hat Die souveräne Leserin von Alan Bennett besprochen
lysander07 hat Das Geheimnis des Cagliostro bewertet: 4 Sterne
lysander07 hat Der Vorleser bewertet: 4 Sterne

Der Vorleser von Bernhard Schlink (Diogenes Taschenbuch, #22953)
Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er … und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein …
lysander07 hat Melnitz von Charles Lewinsky besprochen
Review of 'Melnitz' on 'Goodreads'
4 Sterne
Ein großer Familienroman, der durch seinen leisen, melancholischen Unterton und seine Komplexität nicht für die kurze Lektüre zwischendurch geeignet ist, sondern am besten mundet, wenn man etwas mehr Zeit am Stück darauf investieren kann. Auch wenn er einige kleinere Längen aufweist, war die Lektüre für mich doch ein großer Gewinn und hat mich nachhaltig beeindruckt.
lysander07 hat Die Mittelmeerwelt im Altertum bewertet: 4 Sterne
lysander07 hat Eine Geschichte des Lesens bewertet: 5 Sterne
lysander07 hat Fiesta: The Sun Also Rises bewertet: 5 Sterne

Fiesta: The Sun Also Rises von Ernest Hemingway
24th edition
lysander07 hat Die Eleganz des Igels bewertet: 5 Sterne
lysander07 hat Die drei Stigmata des Palmer Eldritch. von Philip K. Dick besprochen
Review of 'Die drei Stigmata des Palmer Eldritch.' on 'Goodreads'
5 Sterne
Die Handlung dieser außergewöhnlichen Erzählung, die 1965 in Deutschland unter dem Titel "Die LSD-Astronauten" erschien, lässt sich gar nicht so einfach zusammenfassen. In Philip K. Dicks Zukunftsvision leben die Menschen in einer vollklimatisierten Welt, denn die Erde ist zu einem lebensfeindlichen, in Folge des Klimawandels überhitzten Planeten geworden. Kolonisten für den luftarmen Mars werden von der Erdregierung zwangsweise rekrutiert, um dort eine noch trostlosere Existenz zu fristen, die nur mit der illegalen, dort aber von den Behörden geduldeten, synthetischen Droge "Can-D" zu ertragen ist. "Can-D" spiegelt den Süchtigen eine vorfabrizierte, kitschige Hollywood-Hochglanzwelt vor, in der sie ihre Phantasien auf der Basis von "Layouts" - Vorlagen für die Szenerie dieser Traumwelt - ausleben können.
Wie in vielen anderen Geschichten von Philip K. Dick treten auch hier sogenannte "Präcogs" auf, Menschen, mit der Gabe, in die Zukunft zu sehen. Präcogs sagen die neuesten Modetrends voraus, nach denen die Hersteller der Droge ihre …
Die Handlung dieser außergewöhnlichen Erzählung, die 1965 in Deutschland unter dem Titel "Die LSD-Astronauten" erschien, lässt sich gar nicht so einfach zusammenfassen. In Philip K. Dicks Zukunftsvision leben die Menschen in einer vollklimatisierten Welt, denn die Erde ist zu einem lebensfeindlichen, in Folge des Klimawandels überhitzten Planeten geworden. Kolonisten für den luftarmen Mars werden von der Erdregierung zwangsweise rekrutiert, um dort eine noch trostlosere Existenz zu fristen, die nur mit der illegalen, dort aber von den Behörden geduldeten, synthetischen Droge "Can-D" zu ertragen ist. "Can-D" spiegelt den Süchtigen eine vorfabrizierte, kitschige Hollywood-Hochglanzwelt vor, in der sie ihre Phantasien auf der Basis von "Layouts" - Vorlagen für die Szenerie dieser Traumwelt - ausleben können.
Wie in vielen anderen Geschichten von Philip K. Dick treten auch hier sogenannte "Präcogs" auf, Menschen, mit der Gabe, in die Zukunft zu sehen. Präcogs sagen die neuesten Modetrends voraus, nach denen die Hersteller der Droge ihre Layouts fabrizieren. Als die Nachricht eintrifft, dass der mysteriöse Industrielle Palmer Eldritch von einer interstellaren Reise zurückgekehrt sei mit einer neuen (legalen!) Droge im Gepäck, sieht der Drogenproduzent Leo Bulero, der mit seiner Firma P.P. Layouts die Vorlagen zur alten Droge "Can-D" produziert, seine Felle schwimmen. Doch die neue Droge "Chew-Z" ist viel mehr. Chew-Z verspricht den Wechsel in eine alternative Realität, in der man alles erschaffen kann, was man will. Einmal genossen kann sie das gesamte Realitätsgefüge auseinanderreisen. Als Leo Bulero Eldritch aufsucht, gerät er unter den Einfluss der neuen Droge und ein Alptraum nimmt seinen Lauf, aus dem weder Leo, noch die anderen Romanfiguren so schnell wieder herausfinden.
Was ist real, was ist Fiktion? Auch der Leser wird sich in diesem Labyrinth verirren. Kaum denkt man, man wäre dem Drogenwahn entronnen, holen einen die "Nachbeben" der Droge wieder ein. Wer ist Palmer Eldritch? Gott, Satan oder ein Alien? Am Ende ist man nicht viel schlauer... Grandios komponiert, aber verwirrend und verstörend wirkt dieses Buch auf mich. Alles in allem ein Philip K. Dick für Fortgeschrittene! Übrigens wäre der große Visionär im Dezember 80 Jahre alt geworden. Seine Erzählungen lieferten immer wieder Vorlagen für das Kino, wie z.B. Blade Runner, Total Recall, Minority Report oder Paycheck.
Bleibt noch zu klären, woher der auf die christliche Mystik anspielende Titel kommt. Mit den "Stigmata" wird auf die die künstlichen Prothesen Palmer Eldritch, den Unterkiefer, eine Armprothese und seine künstlichen Augen hingewiesen, die immer wieder unvermutet im Reigen der vom Drogenrausch durchzogenen Handlung auftauchen und auf das Wirken der hinter Eldritch stehenden unbekannten Macht verweisen.
lysander07 hat The Great Train Robbery von Michael Crichton besprochen
"England, 1855. The days of Queen Victoria. Once a month a train roars toward the …
Review of 'The Great Train Robbery' on 'Goodreads'
5 Sterne
Das Britische Empire führt nach wie vor Kriege. Einen besonders verheerenden Krieg, eigentlich einer der ersten "neuzeitlichen" Kriege, wird an den Küsten des Schwarzen Meeres ausgetragen -- der Krimkrieg. Der Sold für das britische Expeditionscorps wird Monat für Monat mit der Eisenbahn von London nach Folkstone verbracht, bevor er seinen Weg weiter über den Ärmelkanal nach Frankreich und dann in Richtung der Halbinsel Krim nimmt. Der Fall, den Michael Crichton schildert, basiert auf der wahren Geschichte des "Great Train Robbery of 1855". 12.000 britische Pfund (entspricht einem aktuellen Gegenwert von ca. 9 Mio britischen Pfund), der gesamte monatliche Sold für den Krieg auf der Krim, wird aus einem Eisenbahnzug auf der Strecke London - Folkstone geraubt. Alle Eisenbahnräuber umweht stets eine ganz besondere Aura -- so auch die Beteiligten des großen Postzugraubs 1963 in England. Man denke nur daran, mit welch großen Presseecho einer der Drahtzieher Ronald Biggs, aus seinem …
Das Britische Empire führt nach wie vor Kriege. Einen besonders verheerenden Krieg, eigentlich einer der ersten "neuzeitlichen" Kriege, wird an den Küsten des Schwarzen Meeres ausgetragen -- der Krimkrieg. Der Sold für das britische Expeditionscorps wird Monat für Monat mit der Eisenbahn von London nach Folkstone verbracht, bevor er seinen Weg weiter über den Ärmelkanal nach Frankreich und dann in Richtung der Halbinsel Krim nimmt. Der Fall, den Michael Crichton schildert, basiert auf der wahren Geschichte des "Great Train Robbery of 1855". 12.000 britische Pfund (entspricht einem aktuellen Gegenwert von ca. 9 Mio britischen Pfund), der gesamte monatliche Sold für den Krieg auf der Krim, wird aus einem Eisenbahnzug auf der Strecke London - Folkstone geraubt. Alle Eisenbahnräuber umweht stets eine ganz besondere Aura -- so auch die Beteiligten des großen Postzugraubs 1963 in England. Man denke nur daran, mit welch großen Presseecho einer der Drahtzieher Ronald Biggs, aus seinem brasilianischem Exil nach England zurückgekehrt ist....
Eine ebenso schillernde Persönlichkeit war Edward Pierce, das "Mastermind", das hinter dem großen Eisenbahnraub von 1855 stand. Pierce ist alles andere, als ein "gewöhnlicher" Krimineller. Nein, er tritt als Gentleman mit aristokratischem Gebahren, ausgestattet mit hinreichenden finanziellen Mitteln und immer äußerst diskret auf. Ihm gelingt, was seine Zeitgenossen für vollkommen unmöglich halten: unerkannt 12.000 Pfund in Gold aus einem fahrenden Zug, dazu aus einem als einbruchsicher geltenden Tressor zu stehlen.
Crichton füllt seinen spannenden Kriminalroman mit allerlei Zeitkolorit. Die Entwicklung der Eisenbahn im Lauf der industriellen Revolution im viktorianischen England, die im Wandel begriffenen gesellschaftlichen Verhältnisse des zur Millionenstadt herangewachsenen Londons, die Anfänge der Londoner Berufspolizei in Scotland Yard, alles fließt in die Schilderung der akribischen Vorbereitungen der Protagonisten mit ein, die in der Ausführung des unglaublichen Planes gipfeln. Anders als bei zeitgenössischen Autoren des 19. Jahrhunderts wird bei Crichton nichts beschönigt. Sozialromantik àla Dickens und Oliver Twist wird man nicht finden. Dafür schüttelt man öfters ungläubig den Kopf, wenn schonungslos über die unglaublichen sozialen oder hygienischen Zustände berichtet wird.
lysander07 hat PENDRAGON LEGEND; TRANS. BY LEN RIX. von Antal Szerb besprochen
Review of 'PENDRAGON LEGEND; TRANS. BY LEN RIX.' on 'Goodreads'
5 Sterne
Ein vielversprechender Titel... Aber um erst einmal allen Vorahnungen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, Antal Szerbs "Pendragon-Legende" hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Sagenkreis um König Artus zu tun, auch wenn es der Name nahelegen würde. "Pendragon" bedeutet auf Walisisch soviel wie "Drachenkopf" und ist der Name eines alten Adelsgeschlechts.
Hauptfigur -- der Roman ist in Form einer Ich-Erzählung geschrieben -- ist der ungarische Philologe János Bátky, zu dessen Spezialgebiet die englischen Mystiker des 17. und 18. Jahrhundert zählen. Bátky, das Alter Ego des ungarischen Autors Antal Szerb, der diesen Roman 1934 veröffentlichte, lernt auf einer englischen Dinnerparty den Earl of Gwynned, Owen Pendragon kennen und wird von ihm auf Schloss Llanvygan eingeladen, um mit der Sammlung seltener Kodizes und Handschriften der berühmten Bibliothek Pendragons zu arbeiten. Bei seinen ersten Nachforschungen über die Familiengeschichte der Pendragons stößt Bátky auf allerhand Geheimnisvolles. "Ich glaube an die …
Ein vielversprechender Titel... Aber um erst einmal allen Vorahnungen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, Antal Szerbs "Pendragon-Legende" hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Sagenkreis um König Artus zu tun, auch wenn es der Name nahelegen würde. "Pendragon" bedeutet auf Walisisch soviel wie "Drachenkopf" und ist der Name eines alten Adelsgeschlechts.
Hauptfigur -- der Roman ist in Form einer Ich-Erzählung geschrieben -- ist der ungarische Philologe János Bátky, zu dessen Spezialgebiet die englischen Mystiker des 17. und 18. Jahrhundert zählen. Bátky, das Alter Ego des ungarischen Autors Antal Szerb, der diesen Roman 1934 veröffentlichte, lernt auf einer englischen Dinnerparty den Earl of Gwynned, Owen Pendragon kennen und wird von ihm auf Schloss Llanvygan eingeladen, um mit der Sammlung seltener Kodizes und Handschriften der berühmten Bibliothek Pendragons zu arbeiten. Bei seinen ersten Nachforschungen über die Familiengeschichte der Pendragons stößt Bátky auf allerhand Geheimnisvolles. "Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches", so das Familienmotto der Pendragons, in deren Stammbaum sich mehr oder weniger namhafte Achimisten und Okkultisten tummeln, die auf der Suche nach dem ewigen Leben, der Erschaffung des Homunkulus oder nach dem Geheimnis des Steins der Weisen ihre obskuren Forschungen und Experimente betrieben.
So auch der derzeitige Earl of Gwynned, der mit seltsamen Reptilien -- dem Axolotl, einem Grottenolm -- experimentiert und so versucht, dem Geheimnis des ewigen Lebens auf die Spur zu kommen. Noch kann Bátky sein Glück kaum fassen. Auf etwas merkwürdige Weise lernt er den Iren Maloney kennen, einen vielgereisten aber ungebildeten und großspurigen Draufgänger, dessen Hobby in nächtlichem Felsen- und Fassadenklettern besteht. Dazu Osborne, den typischen britischen Aristokraten, den hochintelligenten und vielbelesenen Neffen des Earls, der ein "Problem" mit Frauen hat, und Eileen St. Clair, eine steinreiche "Femme fatale", die eine alte, in Ungnade gefallene Bekannte des Earls zu sein scheint. Zu dieser illustren Party gesellt sich noch Claire, die Schwester Osbornes und Nichte des Earls. Bleibt noch festzustellen, dass Blátky mit beiden versucht, seine romantischen und erotischen Phantasien auszuleben, die allerdings aus vielerlei Gründen zum Scheitern verurteilt sind. Angekommen auf Schloss Llanvygan beginnt ein sonderbares, düsteres Verwirrspiel.
Dabei spielt eine unermessliche Erbschaft in Verbindung mit einem mysteriösen Todesfall eine signifikante Rolle und aus der Familiengeschichte des Earls treten nach und nach Rosenkreuzer, Alchimisten, der unerhörte Graf von Saint Germain und selbst bekannte Figuren wie Giacomo Casanova auf den Plan. Ähnlich wie in Umberto Ecos Meisterwerk "Das Foucault'sche Pendel" spielt Szerb mit teils wahren, teils erfundenen Geschichten und historischen Begebenheiten, die er gekonnt vermischt und in die mysteriöse Handlung einflicht. Fast bis zum Ende wird dem Leser nicht wirklich klar, ob es sich einfach um einen Kriminalroman oder tatsächlich um eine "Gothic Novel', also eine phantastische Geschichte handelt. Aber soviel möchte ich schon einmal verraten: Auch wenn es zumindest teilweise als simpler "Fiebertraum" der Hauptfigur verkleidet wird, es bleibt doch schon eine gehörige Prise Phantastik in dieser oft spannenden Erzählung.
"Es gibt Dinge, die irgendwo im Inneren des Menschen wahr sind, die sich aber in Wahnsinn verwandeln, sobald man sie ausspricht. Man sollte nicht versuchen, sie zu erklären... Wir leben in zwei verschiedenen Welten zugleich und alles hat zweierlei Sinn: den einen versteht jeder, aber der andere geht über die Sprache hinaus und ist nicht zu fassen. Und er ist entsetzlich!"
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Aufklärung der Familiengeschichte der Pendragons, insbesondere das Geheimnis des 6. Earl of Gwynned, Asaph Pendragon, dem Hexer. Dabei gerät der Leser mitten hinein in die geheime Geschichte der Rosenkreuzer, wobei sogar die Identität des Gründers dieser tatsächlich historischen Geheimgesellschaft (natürlich fiktiv) aufgedeckt wird. Im Vergleich zu Eco allerdings haben wir es hier mit "Geheimgesellschaften für Anfänger" zu tun. Auch wenn der Roman immer wieder mit teils wunderschönen Zitaten glänzt, bleibt er doch stets hinter der von Eco gebotenen Vielschichtigkeit zurück (...auf der anderen Seite müssen sich Ecos Romane auch den Vorwurf der "bildungsbürgerlichen Onanie" gefallen lassen...). Tatsächlich wird sogar Erich Kästners"Emil und die Detektive" nebst Shakespeare oder Edgar Wallace bemüht. Auf alle Fälle lernt man aber etwas über Bücher, die Kunst des Buchdrucks und Bibliotheken...
"Ein Buch ist doch etwas Wundervolles! Es steht und steht im Regal, es ist unscheinbar, und es ist stumm wie ein Fisch. Dann schlägt man es auf, aber man weiss noch gar nichts, weil ein Wiegendruck kein Titelblatt hat. Dann sieht man sich hinten den Kolophon an, und man entdeckt, dass man einen Caxton in der Hand hält, den Fürst, den Papst der Bücher! Kann ein Mensch die Kunst der Diskretion je zu solcher Perfektion bringen, wie ein Buch es tut?"
Leider bleiben die einzelnen Figuren des Romans ziemlich blass gezeichnet und geraten bestenfalls stereotyp. Diese Stereotypen haben mich sogar besonders gestört, vor allen Dingen der irische "Draufgänger" Maloney oder die deutschen "Walküre" Lene (Nein, ich fühle mich ganz und garnicht dadurch angegriffen, dass eine Deutsche in den 30er Jahren in London vor Sehnsucht nach Sauerkraut fast vergeht...). Die Kriminalgeschichte, die den Aufhänger des Romans bildet, bleibt überwiegend auf recht trivialem Niveau. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht -- und das in jeder Beziehung.
Fazit: Eine düstere Mischung aus Kriminalgeschichte und phantastischen Roman, kurzweilig geschrieben, schön zu lesen, doch für meinen Geschmack fast etwas zu einfach gestrickt. Eigentlich tatsächlich ein "Eco für Anfänger"....
lysander07 hat Hotel Savoy von Joseph Roth besprochen
Review of 'Hotel Savoy' on 'Goodreads'
4 Sterne
"Das Schicksal bereiteten sie sich selbst und glaubten, es käme von Gott. Sie waren gefangen in Überlieferungen, ihr Herz hing an tausend Fäden, und ihre Hände spannen sich selbst die Fäden..."
So sah Joseph Roth nach dem großen Krieg (gemeint ist damit der 1. Weltkrieg) die Menschen selbst -- und nicht Gott -- für ihr Schicksal verantwortlich. In seinem 1924 erschienenen Roman "Hotel Savoy" zeichnet er ein gesellschaftliches Spiegelbild, vielmehr eigentlich ein Zerrbild einer "verlorenen Generation" (Hemingway lässt grüßen) vergleichbar einem "Zauberberg" im Miniaturformat.
Gabriel Dan, die Hauptfigur in Roths kurzen, knapp mehr als 100 Seiten umfassenden Roman, kehrt aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und macht Station im polnischen "Hotel Savoy" in Lodz.
"Im Hotel Savoy kannst du mit einem Hemd anlangen und es verlassen als der Gebieter von 20 Koffern..."
Das Riesenhotel Savoy hat 864 Zimmer und alle sind belegt. Die sieben (!) Etagen des Hotels -- mir fällt gerade …
"Das Schicksal bereiteten sie sich selbst und glaubten, es käme von Gott. Sie waren gefangen in Überlieferungen, ihr Herz hing an tausend Fäden, und ihre Hände spannen sich selbst die Fäden..."
So sah Joseph Roth nach dem großen Krieg (gemeint ist damit der 1. Weltkrieg) die Menschen selbst -- und nicht Gott -- für ihr Schicksal verantwortlich. In seinem 1924 erschienenen Roman "Hotel Savoy" zeichnet er ein gesellschaftliches Spiegelbild, vielmehr eigentlich ein Zerrbild einer "verlorenen Generation" (Hemingway lässt grüßen) vergleichbar einem "Zauberberg" im Miniaturformat.
Gabriel Dan, die Hauptfigur in Roths kurzen, knapp mehr als 100 Seiten umfassenden Roman, kehrt aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und macht Station im polnischen "Hotel Savoy" in Lodz.
"Im Hotel Savoy kannst du mit einem Hemd anlangen und es verlassen als der Gebieter von 20 Koffern..."
Das Riesenhotel Savoy hat 864 Zimmer und alle sind belegt. Die sieben (!) Etagen des Hotels -- mir fällt gerade ein, dass das auch eine Anspielung auf Dantes Höllenkreise sein könnte (aber eigentlich waren das ja neun...) -- spiegeln die ganze Welt im Kleinstformat wider. In den untersten Etagen wohnen die Reichen und Begüterten. Je höher man kommt, desto ärmer werden die Verhältnisse. Ignatz, der bereits über 50-jährige "Liftboy" gebietet über den Fahrstuhl und damit auch darüber, in welcher Etage ein Gast denselben verlassen wird. Können die Gäste der obersten Etagen ihre Zimmer nicht mehr bezahlen, kommt Ignatz und beleiht ihre Koffer (die er mit einem Patentschloss verschließt). Währenddessen fürchten alle die Kontrollgänge des unheimlichen Hoteldirektors, den jedoch noch kein Gast zu Gesicht bekommen hat. Gabriel Dan kommt in der 6. Etage in Zimmer 703 unter. Über ihm wohnt Stasia, die unglückliche Kabarett-Tänzerin, die sich in ihn verlieben wird. Aber Stasia selbst ist das Objekt der Begierde von Gabriel Dans Vetter Alexanderl, dem stutzerhaften Sohn seines reichen, aber geizigen Onkels.
Vor Ort und im Hotel gärt es. Die Arbeiter einer nahegelegenen Fabrik streiken, der Atem der Revolution liegt in der Luft. Als Gabriel Dans alter Kamerad Zwonimir, ein ehrliche Wirrkopf von bäuerlichem Gemüt, in der Stadt ankommt, tritt dieser am Ende gar als politischer Agitator auf und wird das Fass zum überlaufen bringen. Währenddessen warten alle auf die Ankunft von "Bloomfield". Bloomfield, der Milliardär aus Amerika, auf den alle ihre Hoffnungen richten, kommt aber nur, um das Grab seines Vaters auf dem Friedhof zu besuchen und verschwindet bei Nacht und Nebel, bevor es zur eigentlichen Katastrophe kommt und die tatsächliche Frage nach der Identität des noch nie gesehenen, legendären Hoteldirektors geklärt werden kann....
Wirklich, dies ist wieder einmal ein komplett "anderer" Roman. Die geschilderten Charaktere sind reichlich "bizarr" geraten, aber mit nur kurzen Pinselstrichen liebevoll gezeichnet. Dabei ist die Schilderung der Umstände sehr düster geraten. Man fühlt sich in Kafkas bedrohliche Prager Umwelt hineinversetzt. Eigentlich wollte Gabriel Dan Schriftsteller werden, doch dann kam der Krieg. Jetzt gehört er nach den Jahren der Gefangenschaft zu einer orientierungslosen, verlorenen Generation, die erst wieder Halt finden muss. Im Hotel Savoy geht es ähnlich zu wie auf Thomas Manns "Zauberberg", das Hotel bietet ein Skurilitätenkabinett des menschlichen Daseins. Es wird geliebt, gestorben, getrunken und sich amüsiert. Am Ende wird Gabriel Dan ins "Leben" entlassen...
lysander07 hat Manon Lescaut von Antoine-François Prévost besprochen (Penguin classics)
Set in France and Louisiana in the early 18th century, the story follows the hero, …
Review of 'Manon Lescaut' on 'Goodreads'
4 Sterne
Antoine François Prévost (oder kurz Abbé Prévost) schuf mit seinem 1731 erstmals veröffentlichten kurzen Roman "Manon Lescaut" (L'Histoire du chevalier des Grieux et de Manon Lescaut) geradezu ein archetypisches Werk, das Vorlage für unzählige weitere Romanstoffe und Filme werden sollte: Eine ungaublich schöne, reizvolle- aber gefährliche - Frau, an der sich ein vormals lauterer Charakter sehenden Auges zu Grunde richtet...
Das Motiv kennen wir nur allzu genau. Prosper Merimèes "Carmen" und Bizets wohlbekannte gleichnamige Oper. Oder auch in abgewandelter Form Alexandre Dumas' "Kameliendame", in der Manon Lescaut sogar direkt zitiert wird. Und da wir schon bei den literarischen Varianten angekommen sind, dürfen wir auch nicht Emile Zolas "Nana" vergessen, an der sich die Männer zu Grunde richten....genauso wie Lola in Heinrich Manns "Professor Unrat" oder vielmehr Marlene Dietrich im "Blauen Engel"....
Aber kommen wir zunächst erst einmal auf die Geschichte zurück. Frankreich, wir befinden uns im beginnenden 18. Jahrhundert, das …
Antoine François Prévost (oder kurz Abbé Prévost) schuf mit seinem 1731 erstmals veröffentlichten kurzen Roman "Manon Lescaut" (L'Histoire du chevalier des Grieux et de Manon Lescaut) geradezu ein archetypisches Werk, das Vorlage für unzählige weitere Romanstoffe und Filme werden sollte: Eine ungaublich schöne, reizvolle- aber gefährliche - Frau, an der sich ein vormals lauterer Charakter sehenden Auges zu Grunde richtet...
Das Motiv kennen wir nur allzu genau. Prosper Merimèes "Carmen" und Bizets wohlbekannte gleichnamige Oper. Oder auch in abgewandelter Form Alexandre Dumas' "Kameliendame", in der Manon Lescaut sogar direkt zitiert wird. Und da wir schon bei den literarischen Varianten angekommen sind, dürfen wir auch nicht Emile Zolas "Nana" vergessen, an der sich die Männer zu Grunde richten....genauso wie Lola in Heinrich Manns "Professor Unrat" oder vielmehr Marlene Dietrich im "Blauen Engel"....
Aber kommen wir zunächst erst einmal auf die Geschichte zurück. Frankreich, wir befinden uns im beginnenden 18. Jahrhundert, das Spätbarock. Der junge, adelige Chevalier Des Grieux verliebt sich stehenden Fußes in eine Zufallsbekanntschaft, die blutjunge und unglaublich liebreizende Manon Lescaut, eine Bürgerliche. Des Grieux stammt aus einer angesehenen Familie, aber er setzt sein Erbe, die Liebe seines Vaters und seine sichere Zukunft bewusst aufs Spiel und flieht gemeinsam mit Manon. Aber woher soll das Geld kommen, das er braucht, um Manon einen "angemessenen" Lebensstil führen zu lassen.
Manon war ein Geschöpf von ungewöhnlichem Charakter. Es gab wohl kein anderes Mädchen, das so wenig wie sie am Gelde hing, aber sie geriet trotzdem sofort in große Unruhe, wenn sie auch nur einen Augenblick befürchtete, in Mangel zu kommen. Vergnügen und Zeitvertreib waren ihr nun einmal Bedürfnis... sich durch Unterhaltungen zu beschäftigen, das war für sie so notwendig, daß man sich sonst nicht auf ihre Laune und Stimmung verlassen konnte.
Also bemüht Des Grieux immer wieder seinen loyalen, alles andere als wohlhabenden Freund Tiberge, der den Weg eines Geistlichen eingeschlagen hat, und versucht sich in zahlreichen Betrügereien. Aber der so erlangte Reichtum ist alles andere als beständig und so kommt es, dass Manon Des Grieux immer wieder für einen reicheren Mann verlässt.
Schließlich geraten die beiden Liebenden nach zahllosen Irrungen und Wirrungen nach New Orleans. Die fehlenden Klassenschranken der 'Neuen Welt' erlauben ihnen nunmehr das 'offizielle' Zusammenleben, aber wieder weckt Manons Schönheit Begehrlichkeiten und als Des Grieux in guter Absicht, Manon zu heiraten, dem Provinzgouvaneur gesteht, dass sie beide noch gar nicht verheiratet wären, nimmt das Verhängnis seinen Lauf...
Auch wenn das Buch zu Goethes Zeiten schon den Ruf eines "Klassikers" hatte, stößt es auch heute noch auf deutliche Resonanz, geht es doch um die immer aktuellen Themen Liebe, Betrug, Eifersucht, Unvernunft, etc. Obwohl sich Des Grieux stetig zu Grunde richtet, scheinen ihm alle äußeren Umstände wie Armut, Verlust des Erbes und der Titel, vollkommen belanglos, wenn er nur mit dem abgöttisch geliebten Wesen zusammen sein darf. Aber die Erfüllung von Manons Bedürfnissen ziehen ihn immer tiefer hinab. Er betrügt beim Kartenspiel, er wird zum Zuhälter und Dieb, wird betrogen und gerät selbst ins Gefängnis. Die blinde Liebe zu Manon lässt ihn alles vergessen, und obwohl er selbst um diese fatale Liebe weiss und sich ihrer Konsequenzen bewusst ist, steuert er geraden Weges in sein Unglück....














