Holger hat Blinder Galerist bewertet: 4 Sterne

Blinder Galerist von Johann König
»Die Bilder, die im Kopf entstehen, sind genauso wichtig wie die Bilder an der Wand.«
Wie kann man sich …
Viel-, aber nicht Allesleser. Meistens auf Deutsch, hin und wieder auf Englisch. Faible für Familiensagas und #Biografien. #Popkultur und #Musik. #Reiseliteratur, auch Politisches und Geschichtliches. Gerne auch mal ein guter Krimi. Selten Lyrik, niemals Horror oder Phantasy.
Reading many things, but not everything. From Stuttgart. Mostly in German, occasionally in English. Favourites are family sagas and #biographies, #populture and #music. Also political and historical topics. Sometimes a good crime thriller. Rarely poetry, never horror or fantasy.
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»Die Bilder, die im Kopf entstehen, sind genauso wichtig wie die Bilder an der Wand.«
Wie kann man sich …
Ganz am Ende des Buches fragt die Autorin „Braucht es dieses Buch überhaupt noch? Beschreibe ich nicht offensichtliche und bekannte Tatsachen“. Und ich gebe zu, dass ich mir diese Frage stellenweise auch gestellt habe. Dennoch würde ich sagen, ja.
Die Vielfalt und Kleinteiligkeit der strukturellen Diskriminierung von FLINTA im Musikbusiness ist für jemanden, der kein Brancheninsider und keine Betroffene ist, in ihrem gesamten Umfang nicht leicht zu erkennen. Hier sind die Interviews mit Künstler:innen, Veranstalter:innen und anderen am Musikbusiness Beteiligten wirklich erhellend.
Nur Sätze wie „Dieser Produktionsleiter ist seit 35 Jahren im Business. Da rede ich gegen eine Wand“ möchte ich nicht uneingeschränkt akzeptieren. Unglaublich, aber wahr: Auch alte weiße cis-Männer können dazu lernen und ihr Verhalten ändern. Das Lesen dieses Buches ist zum Beispiel ein erster Schritt. ;) Auch, weil es im letzten Abschnitt ganz klare Handlungsempfehlungen gibt.
Ganz am Ende des Buches fragt die Autorin „Braucht es dieses Buch überhaupt noch? Beschreibe ich nicht offensichtliche und bekannte Tatsachen“. Und ich gebe zu, dass ich mir diese Frage stellenweise auch gestellt habe. Dennoch würde ich sagen, ja.
Die Vielfalt und Kleinteiligkeit der strukturellen Diskriminierung von FLINTA im Musikbusiness ist für jemanden, der kein Brancheninsider und keine Betroffene ist, in ihrem gesamten Umfang nicht leicht zu erkennen. Hier sind die Interviews mit Künstler:innen, Veranstalter:innen und anderen am Musikbusiness Beteiligten wirklich erhellend.
Nur Sätze wie „Dieser Produktionsleiter ist seit 35 Jahren im Business. Da rede ich gegen eine Wand“ möchte ich nicht uneingeschränkt akzeptieren. Unglaublich, aber wahr: Auch alte weiße cis-Männer können dazu lernen und ihr Verhalten ändern. Das Lesen dieses Buches ist zum Beispiel ein erster Schritt. ;) Auch, weil es im letzten Abschnitt ganz klare Handlungsempfehlungen gibt.
Muss ein Krimi knapp 500 Seiten haben? Ja, wenn er spannend ist und interessante Plot Twists hat, warum nicht. Wenn er aber, wie der aktuelle Xavier-Kieffer-Fall behäbig erzählt wird und dann mit einem absehbaren und öden Showdown gekrönt wird, dann ist er zu lang.
Die Idee, einen Krimi um ein gastronomisches Produkt und dessen Herstellung zu basteln, war sieben Folgen lang erfolgreich und auch meist unterhaltsam und lehrreich. Hier werden aber umständliche Umleitungen genommen, um das Fachwissen irgendwie unterzubringen. Das wirkt konstruiert und nimmt noch mehr Tempo raus. Auch die Nebenfiguren sind auserzählt. Bei diesem Champagner-Krimi perlt leider nix.
Höchst unterhaltsame Dokumentation über die erstaunliche Verwandlung von Sindelfingen und Böblingen zu einem Zentrum der Live-Musik. Mit vielen Zeitzeugen-Berichten und Fotos. Interessant, dass viele der Akteure, die damals als Laien in das Konzert-Business einstiegen, heute zu den Big Playern gehören. Und das alles nur, weil es in Stuttgart ein Rock- und Popverbot gab.
Frisch auf meiner Leseliste. Vielen Dank an @brittstgt.bsky.social@bsky.brid.gy
Das Buch stellt alle Toiletten vor, die der Tokyoter Stadtteil Shibuya von berühmten Architekt:innen und Designer:innen hat bauen lassen und die in Wim Wenders‘ Film „Perfect Days“ die Hauptrolle spielen. Interessant sind die Erläuterungen der Architekt:innen zu ihren Bauten und zur Bedeutung von Toilettenhäuschen im öffentlichen Raum.
Françoise Hauser hat ihrem Erfolgstitel „Japan für die Hosentasche“ ein neues Buch hinterhergeschoben und es ist für Japan-Fans ebenfalls sehr lesenswert. (Und hat kaum Überschneidungen zu ihrem anderen Buch)
Eine Kombination aus skurrilem Nischenwissen und praktischen Reisetipps macht es sehr flott lesbar und unterhaltsam. Ihr Stil ist dabei humorvoll.
Nur das Abdrucken teils meterlanger Links „zur Vertiefung“ ist fragwürdig. Wer will das denn alles abschreiben? Hier wäre eine begleitende Website sinnvoll.

Die Gefahren der Artificial General Intelligence
Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, um einen KI-Staat zu errichten. …

Dieser Roman ist über die Literaturwelt gekommen wie ein Naturereignis: ein wuchtiges Familienepos, das am Beispiel von sechs Generationen außergewöhnlicher …
Der Autor versteht sich als Japan-Kenner, der das allzu positive Bild seiner Leser:innen korrigieren will. Dabei steht bei ihm aber nichts, was nicht auch in anderen Büchern über Japan erwähnt wird, außer dass er sich voll auf die negativen Aspekte konzentriert. Soll wohl aufklärerisch sein, ist auf die Dauer aber nur nervig.
Was mich aber das Buch hat fast weglegen lassen, sind schmierige Begriffe aus der Boomer-Chauvi-Sprache, die der Autor verwendet, obwohl er sich gleichzeitig in mehreren Kapiteln über die fehlende Gleichberechtigung und die schlechte Lage der japanischen Frauen auslässt.
Wer Formulierungen wie "Frau mit viel Holz vor der Hütte" oder "vergenusswurzeln" nutzt, disqualifiziert sich als seriöser Autor. Definitiv keine Leseempfehlung.
Der Autor versteht sich als Japan-Kenner, der das allzu positive Bild seiner Leser:innen korrigieren will. Dabei steht bei ihm aber nichts, was nicht auch in anderen Büchern über Japan erwähnt wird, außer dass er sich voll auf die negativen Aspekte konzentriert. Soll wohl aufklärerisch sein, ist auf die Dauer aber nur nervig.
Was mich aber das Buch hat fast weglegen lassen, sind schmierige Begriffe aus der Boomer-Chauvi-Sprache, die der Autor verwendet, obwohl er sich gleichzeitig in mehreren Kapiteln über die fehlende Gleichberechtigung und die schlechte Lage der japanischen Frauen auslässt.
Wer Formulierungen wie "Frau mit viel Holz vor der Hütte" oder "vergenusswurzeln" nutzt, disqualifiziert sich als seriöser Autor. Definitiv keine Leseempfehlung.
Der Krimi ist, was Handlung und Charaktere betrifft, so grotesk überzogen, dass er schon fast wie eine Persiflage auf das Genre wirkt. Dennoch, oder gerade deshalb, höchst unterhaltsam und flott zu lesen.
Flott geschrieben, viele interessante Anekdoten und ein abschließender Rant auf Hooky. Nur die Niederschrift der Hypnose-Session mit Ian Curtis fand ich entbehrlich.
Das Buch wurde mir von meiner Buchhändlerin empfohlen, weil ich das Epos „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili so liebe. Es sei nicht nur kompakter sondern habe auch eine höhere literarische Qualität.
Dem kann ich mich nicht anschließen. Die Geschichte ist zwar durchaus interessant und die Kinder-/Jugendlichenperspektive anfangs erfrischend, leider verzettelt sich die Story und die Charaktere bleiben seltsam blass. Letztlich viel zu leichtgewichtig im Vergleich zum achten Leben.
Nette Episoden und viele „Geheimtipps“ und praktische Tipps. Das Buch wäre aber so viel praxistauglicher, wenn es eine Karte hätte, in der die Stecken verzeichnet sind und nicht nur ein paar briefmarkengroße Schemata. Und was mich auch sehr gestört hat, dass es keine Zuordnung der Bilder zum Text gibt. Da kann man häufig leider nur raten, was wohl gemeint ist.

Hat mir gut gefallen, einzig die Passagen mit Theaterbegebenheiten habe ich teilweise übersprungen. Tolle Mutter.