Katherina Ushachov hat Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende zu Ende gelesen
Eigentlich wollte ich dieses Buch noch einmal lesen, ehe ich am 28.12.2025 das zugehörige Theaterstück anschaue. Angesichts des "Lesen abgeschlossen"-Datums von ... vor ein paar Tagen und definitiv nicht mehr 2025 sollte klar sein, dass ich daran kläglich gescheitert bin. Das Buch habe ich zuletzt gelesen, als ich nicht viel älter als zwölf oder dreizehn war, es aber bei jedem Umzug liebevoll mitgeschleppt. Kurioserweise habe ich mich - empfohlen ab acht, zum ersten Mal gelesen mit zehn - ein bisschen zu alt gefühlt damals, aber hatte doch Spaß und das Buch aufgrund der vielfältigen und witzigen Wortspielereien ins Herz geschlossen.
Erneut gelesen mit Mitte dreißig und ich bin fasziniert. Da sind definitiv einige - heute würde man sagen - Eastereggs - für vorlesende (oder rereadende) Erwachsene versteckt worden. Wer hat beispielsweise auf einer der Illustrationen Marcel Reich-Ranicki entdeckt? Und wer musste bei Hexwelsch nicht auch an die Geschichte "Ein …
Eigentlich wollte ich dieses Buch noch einmal lesen, ehe ich am 28.12.2025 das zugehörige Theaterstück anschaue. Angesichts des "Lesen abgeschlossen"-Datums von ... vor ein paar Tagen und definitiv nicht mehr 2025 sollte klar sein, dass ich daran kläglich gescheitert bin. Das Buch habe ich zuletzt gelesen, als ich nicht viel älter als zwölf oder dreizehn war, es aber bei jedem Umzug liebevoll mitgeschleppt. Kurioserweise habe ich mich - empfohlen ab acht, zum ersten Mal gelesen mit zehn - ein bisschen zu alt gefühlt damals, aber hatte doch Spaß und das Buch aufgrund der vielfältigen und witzigen Wortspielereien ins Herz geschlossen.
Erneut gelesen mit Mitte dreißig und ich bin fasziniert. Da sind definitiv einige - heute würde man sagen - Eastereggs - für vorlesende (oder rereadende) Erwachsene versteckt worden. Wer hat beispielsweise auf einer der Illustrationen Marcel Reich-Ranicki entdeckt? Und wer musste bei Hexwelsch nicht auch an die Geschichte "Ein Tisch ist ein Tisch ist ein Tisch" denken? Vermutlich kein Kind. Das Kind erfreut sich am Mundgefühl der Wortspiele, an der Freude am Fabulieren und lustigen Einfällen wie dem "Choral CO2 aus dem Gesangsbuch des Satans", ohne zu wissen, dass der klassische "Villain spielt auf einer gigantischen Origal" in dieser Szene auf Lon Chaneys Darstellung in "Phantom der Oper" basiert. Wirkt es aus der Zeit gefallen, wie viel Zeit ein Kinderbuch dafür aufwendet, sich betrinkende Erwachsene zu zeigen? Ja, schon ein bisschen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass hier Alkoholkonsum normalisiert oder als etwas dargestellt wird, das eben alle möglichen Wesen machen. Im Gegenteil. Die zwei antagonistischen Figuren wollen buchstäblich die Erde vernichten mittels "hochprozentig saufen" um ihre eigene Haut zu retten. Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage finde ich das ehrlich gesagt beklemmend realistisch.
Ich würde wirklich allen Erwachsenen, egal ob sie selbst Kinder im Vorlesealter haben oder nicht, empfehlen, ihr altes Hardcover aus dem Schrank zu holen, abzustauben und ein Buch erneut zu lesen, das immer noch sehr aktuell ist. (Und ja, meine Printausgabe ist älter als ich.)















