Versuche, mir ein möglichst weites Feld an Literatur zu erschließen. Alle Epochen, alle Genres, mit besonderer Vorliebe für die Postmoderne und Science-Fiction.
Trying to explore a wide range of literature, especially fiction. All periods and genres, with a preference for postmodern literature and science fiction.
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde …
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eine Freundin hat es im Bücherschrank entdeckt, für lesenswert befunden und an mich weitergegeben. Und ich kann ihrem Urteil nur beipflichten.
Nelson Mandela, das war für mich vorher ein großer Name aus einer Zeit und einer Gegend, über die ich wenig jenseits von Oberflächlichkeiten wusste. Der südafrikanische Freiheitskampf dieser Generation liegt freilich nicht weit zurück und von der Apartheid hatte ich in der Schule gehört, aber so richtig wusste ich nicht bescheid.
Das lässt sich natürlich nicht mit dem Lesen einer einzigen Biografie gerade rücken, aber wenn es nur eine ist, darf es gern diese sein. Meine Vorstellung dessen, wie zum Beispiel seine Zeit im Gefängnis aussah, stimmte nahezu überhaupt nicht mit dem überein, was er darüber schreibt. Die Schilderungen sind mitunter grausam, aber auf ganz andere Art, als ich mir das vorgestellt hatte.
Beeindruckt hat mich sein juristischer Blick. Neudeutsch würde man vielleicht formulieren, dass seine Coping-Strategie das kontinuierliche Eintreten für die kleinsten Verbesserungen war. Und was sonst in Gefangenschaft alles möglich war – von verweigertem Brot bis hin zum Anlegen eines Gartens, mehr will ich nicht verraten –, überstieg auch meine Vorstellungen.
Abseits von den 10.000 Tagen Haft hat dieses Leben natürlich auch jede Menge Hoffnung, Tragik und Pathos zu bieten. Es geht mitunter weit ins Detail, aber es wird auf keiner Seite langatmig. Dazu haben sicher die am Schreiben Beteiligten beigetragen, und die Mischung aus fast schon legendärer Geschichte und menschlicher Nähe macht das Werk zu einem lesenswerten Erlebnis.
Mir bleiben jetzt vor allem zwei Dinge: Ich werde noch ein wenig mehr, auch kritischere Einordnungen, über das Südafrika dieser Zeit und heute lesen müssen. Und ich muss mich mal mit Mahatma Gandhi und anderen Freiheitskämpfer:innen auseinandersetzen – von ihnen weiß ich genauso wenig. Eine glückliche Begebenheit also, dieses Buch in die Finger bekommen zu haben – ich werde es mit gutem Gewissen weiterreichen.
Grotesk, absurd und manchmal etwas surreal... ich mochte besonders den Sprachwitz, der ist wirklich einmalig gut (obwohl an der Geschichte nun wirklich nichts Witziges ist). Der Handlung zu folgen ist etwas herausfordernd, aber das macht nichts, man findet immer wieder rein, und im Grunde liegt bei diesem Roman die große Kunst eher in der Form als im Inhalt. Wie Nolte mit Sprache umgeht, mal albern, mal beinahe poetisch, wie er Clichés durch den Kakao zieht und gleich darauf wieder ganz unvorhersehbar mit allen Erwartungen und Konventionen bricht, das gehört zu dem ungewöhnlichsten, was ich bisher in deutscher Sprache gelesen habe. Zuweilen fühlte ich mich an Pynchon oder Burroughs erinnert. Aber irgendwie ist Alff dann doch einzigartig.
Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine …
Alles vergeht, alles bleibt
5 Sterne
Ein Buch, das ich sicher nicht vergessen werde und sehr wahrscheinlich auch nochmals lese. Innerhalb eines Tages begonnen und beendet, da ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.
Was genau so berührend und faszinierend an diesem Buch ist, lässt sich schwer fassen, die Handlung kann man im Grunde in wenigen Sätzen darlegen. Natürlich gibt es dieses von Herr Tazaki zu lösende Rätsel, das den großen Bogen über das gesamte Buch spannt und Neugier weckt. Aber das ist es nicht allein.
Vielleicht die gekonnte Entwicklung der Charaktere, die sich erst langsam und nur zum Teil offenbaren. Oder die ruhige, ernste Sprache, die auch die schlimmsten Erlebnisse und Gemütsverfassungen zu etwas macht, was doch zu bewältigen ist und zum Leben einfach dazu gehört. Die dezente, zurückhaltende und doch stets präsente Symbolik ist dabei stimmig und verleiht der Geschichte eine schöne melancholische Tiefe.
Das offene Ende ist die …
Ein Buch, das ich sicher nicht vergessen werde und sehr wahrscheinlich auch nochmals lese. Innerhalb eines Tages begonnen und beendet, da ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.
Was genau so berührend und faszinierend an diesem Buch ist, lässt sich schwer fassen, die Handlung kann man im Grunde in wenigen Sätzen darlegen. Natürlich gibt es dieses von Herr Tazaki zu lösende Rätsel, das den großen Bogen über das gesamte Buch spannt und Neugier weckt. Aber das ist es nicht allein.
Vielleicht die gekonnte Entwicklung der Charaktere, die sich erst langsam und nur zum Teil offenbaren. Oder die ruhige, ernste Sprache, die auch die schlimmsten Erlebnisse und Gemütsverfassungen zu etwas macht, was doch zu bewältigen ist und zum Leben einfach dazu gehört. Die dezente, zurückhaltende und doch stets präsente Symbolik ist dabei stimmig und verleiht der Geschichte eine schöne melancholische Tiefe.
Das offene Ende ist die einzig mögliche Option, um der Geschichte gerecht zu werden und bekräftigt damit die für mich wahrnehmbare Aussage, dass das Leben nie so ist, wie es scheint und es jederzeit bewusst, unbewusst oder auch durch Ereignisse und Handlungen anderer, auf die man keinerlei Einfluss hat, verändert werden kann.
Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von …
Ist ja nichts neues, dass sich John Irving thematisch wiederholt; dennoch schafft er es immer wieder, seine Motive auf neue Art zu arrangieren und wird mir nie langweilig
Last Exit to Brooklyn is a raw depiction of life amongst New York's junkies, hustlers, …
A landmark book
5 Sterne
I'm deeply moved by this novel. Some scenes in this book are really hard to bear. But its language is so strong and so beautiful in its coarseness, and the characters are so real and deeply tragic and unforgettable. Wow.
New York am 11. September. Eine Stadt in Asche und Rauch. In eindringlichen Bildern zeichnet …
Hab ja schon ein bisschen was von Don DeLillo gelesen, manches war super (Weißes Rauschen, Unterwelt), manches fand ich eher mittelgut (Null K, Die Stille). Dieses hier ist glaube ich eins von den besseren.
Die spannende und erschütternde Geschichte des geistig zurückgebliebenen Charlie Gordon, der durch eine Operation eine überragende Intelligenz erlangt, gehört zu …
Die spannende und erschütternde Geschichte des geistig zurückgebliebenen Charlie Gordon, der durch eine Operation eine überragende Intelligenz erlangt, gehört zu …
Ein Quartett durchgedrehter Germanisten, das einen verschollenen Schriftsteller jagt. Ein Kommissar in einer mexikanischen Wüstenstadt, in der Hunderte von Frauen …