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nordwind

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Commons #SolidarischeÖkonomie #Demokratie #Careökonomie #Regeneration #Renaturierung

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Bücher von nordwind

Liest gerade

hat Den Schmerz der Anderen begreifen von Charlotte Wiedemann besprochen

Charlotte Wiedemann: Den Schmerz der Anderen begreifen (German language, 2022, Propyläen Verlag) 5 Sterne

Solidarisches Erinnern

Keine Bewertung

Ich finde, dieses Buch sollten alle Menschen lesen, die sich Gedanken um die "richtige" Art der Erinnerung an die Shoah machen. Unsere Mitteleuropäische Art den Holocaust als das "schlimmste" Verbrechen hochzuhalten und alle Vergleiche zu verbieten, ist im Postkolonialismus nicht mehr zeitgemäß. Die Schwere von Verbrechen gegeneinander aufzurechnen, sei ohnehin nicht sinnvoll und die Shoah verliere nichts von ihrem Schrecken, wenn wir das Leid, das Menschen an anderen Orten und zu anderen Zeiten zugefügt wurde, ebenfalls wertschätzen.

Diese Gedanken entwickelt die Autorin in einer leisen, unaufgeregten, dafür umso einfühlsameren Sprache mit großer Empathie mit und Respekt vor den Opfern von allen Formen des Massenmordes oder Genozids. Mit jeden Kapitel hat sich mir eine neue Perspektive aufgetan, von der ich noch nie gehört hatte und die vor allem demütig macht und ein Ranking des Leids nur noch zynisch erscheinen lässt.

Denn auch für "die Anderen" gilt: "Man möchte den eigenen Schmerz …

Marshall Sahlins: Stone Age economics (2004, Routledge) 3 Sterne

"Stone Age Economics is a classic of economic anthropology, ambitiously tackling the nature of economic …

Bedürfnisse sind nicht unendlich

Keine Bewertung

Sahlins hat das Buch 1972 geschrieben, Heide Lutosch hat die aktuelle Übersetzung, die ich gelesen habe, gemacht und der Herausgeber Andreas Gehrlach hat ein Vorwort dazu geschrieben.

Das Buch hat zur Zeit des Erscheinens sicher viel Aufsehen und Kritik erregt, heute gehören die Inhalte zum Standard in der Ethnologie. Die Hauptaussage ist, dass die Menschen der Altsteinzeit als Jäger und Sammler nicht ständig vom Verhungern bedroht waren, wie früher oft angenommen, sondern vielmehr Nahrung in Fülle vorfanden. Während der Übergang zum Ackerbau im Neolithikum, der als großer zivilsatorischer Fortschritt gilt, für die Menschen mehr Arbeit und einseitigere Ernährung bedeutete. Wenn diese Völker heute ein prekäres Leben führen, dann sind das eher die Folgen der Kolonisation.

Was das für uns heute noch bedeuten kann, schreibt Sahlins am Ende des Essays: "Armut ist nicht eine bestimmte Menge an Gütern ... sondern ein sozialer Status, und als solcher ist sie eine Erfindung der …