Andi hat Jenseits der Zeit von Liu Cixin besprochen
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Der dritte und letzte Teil der Trisolaris-Trilogie ist zwar durchaus ein lesenswertes Buch, und für Leser, die sich für die ersten beiden Teile begeistern konnten, sicher eine Pflichtlektüre, aber das hohe Niveau der ersten beiden Bände kann dieser dritte Teil meiner Meinung nach nicht halten.
Die Fortsetzung ist erneut in einem episodenhaften Stil geschrieben. Während man die ersten beiden Bände noch als Hard Science Fiction bezeichnen konnte, nehmen die fantastischen Elemente, die völlig abgehoben von echten astrophysikalischen Erkenntnissen sind, in diesem dritten Band jetzt ziemlich Überhand. Auf den ersten Blick scheint dies eine natürliche Entwicklung der Geschichte zu sein, weil die Handlung schließlich immer weiter in die Zukunft vordringt, deren Entwicklung wir uns heute nur schwer vorstellen können, aber an manchen Stellen scheinen mir Cixin Lius Darstellungen (insbesondere was das Auffalten und Zerfallen des Raums in niedrigere Dimensionen angeht) ziemlich abgedreht.
Ein auffälliger Unterschied zu den ersten beiden Bänden ist außerdem, dass mit Cheng Xin und ihrer Assistentin Ai AA zum ersten Mal zwei Frauen als Protagonistinnen auftreten. In den ersten beiden Bänden spielten Frauen so gut wie keine Rolle. Leider "versagt" Cheng Xin zwei Mal im entscheidenden Moment, weil sie eine schwache Frau und kein starker entschlusskräftiger Mann ist. Das ist schon mehr als nur klischeehaft. Zwar wählt sie jedes Mal einen friedlichen, unmilitärischen Weg, was man durchaus auch positiv sehen kann. Dennoch wird ihr Handeln als schwerwiegende Fehlentscheidungen betrachtet.
Wie anfangs schon gesagt, trotz allem ein lesenswertes Buch, aber Cixin Liu hätte die Geschichte im Grunde auch schon mit Band 2 beenden können.
