Andi hat Die drei Sonnen von Liu Cixin besprochen (Trisolaris, #1)
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"Die drei Sonnen" ist bislang das erste Buch von Cixin Liu, das ich gelesen habe, und es wird definitiv nicht das letzte sein. Das Buch ist in drei Teile unterteilt, und ist selbst der Anfang einer Trilogie. Im ersten Teil dieses ersten Buches erfährt der Leser einiges über die Kulturrevolution in China in den 60er Jahren. Das Schicksal der jungen Ye Wenjie in dieser Zeit scheint mit dem nachfolgenden zweiten Teil des Buches, der im ersten Jahrzehnt unseres Jahrtausends spielt, zunächst wenig zu tun zu haben. Wang Miao, die Hauptperson im zweiten und dritten Teil des Buches ist Wissenschaftler und wird abrupt in eine unwirkliche Situation katapultiert, in der er beginnt, an seinem Verstand zu zweifeln und von seinen Auftraggebern, die ihn um Mithilfe bei einer geheimen Militäroperation bitten, lange Zeit im Unklaren darüber gelassen wird, was genau von ihm erwartet wird und worin genau die Bedrohung besteht, mit der sich die Operation befasst. Der Autor deckt die Hintergründe, bei denen Ye Wenjie ein zentrale Rolle spielt, erst nach und nach auf, und schafft es damit einen hochinteressanten Spannungsbogen aufzubauen.
Das Buch ist ein außergewöhnlicher Science-Fiction-Roman. In den ersten beiden Teilen halten sich die Fiction-Elemente sehr in Grenzen; stattdessen steht der Science-Aspekt hier im Vordergrund. Der Autor (und Ingenieur) Cixin Liu erzählt hier eine verhältnismäßig realistische Geschichte, die stark auf wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit gestützt ist. Es gibt in seiner Geschichte weder Raumschiffe, die mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen können, noch Echtzeit-Funkverbindungen zum anderen Ende der Galaxis, die physikalisch unmöglich sind. Statt mit pseudowissenschaftlichem Gefachsimpel über "Fluxkompensatoren", "Traktorstrahlen" und "Warpantrieben" wird der Leser mit einer Fülle an Informationen über Physik, Informatik und anderen Wissenschaftsbereichen versorgt. Erst im dritten Teil des Buches nehmen die Fiction-Elemente zu. Bei der Herstellung der sogenannten "Sophonen", die von einer außerirdischen Zivilisation entwickelt werden, gehen Cixins Lius Ideen dann schon ins Fantastische über, aber meine Hoffnung ist, dass sich solche Fiction-Elemente auch im zweiten und dritten Teil der Trilogie (die ich noch nicht gelesen habe), in Grenzen halten werden.
So stelle ich mir "echte" Science-Fiction vor. Viele andere Werke, die ebenfalls diesem Genre zugerechnet werden, sind aus meiner Sicht nichts anderes als Fantasy, die in der Zukunft spielt.
