Andi hat Ready Player One von Ernest Cline besprochen (Ready Player One, #1)
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Ich bin ja häufig etwas skeptisch, wenn es in Büchern um Computerspiele / virtuelle Welten geht, da ich häufig den Eindruck habe, dass sich so manche(r) Autor(in), die/der sich diesem Thema widmet, entweder selber damit überhaupt nicht auskennt, oder zu abgedrehte Ideen entwickelt, die mit realer Computertechnik kaum etwas zu tun haben.
Aber Ernest Cline macht in seinem Zukunftsthriller einfach fast alles richtig. Dass sich gegen Ende des Buches die Hauptperson mit relativ bescheidenere Vorbereitung unentdeckt in das vermutlich gut gesicherte System des bedeutendsten Netzwerkgiganten einhacken kann, geht vielleicht ein klein wenig zu glatt, aber darüber kann man aus dramaturgischen Gründen als Leser hinwegsehen.
Was ich allerdings nicht so genau weiß, ist, wer eigentlich die beste Zielgruppe für diesen Roman ist, oder ob dieses Buch einfach bei jeder Art von Lesern gut aufgehoben ist. Ich denke nicht, dass man dieses Buch nur dann gut finden kann, wenn man selbst eine gewisse Begeisterung für Computerspiele bzw. virtuelle Welten aufbringen kann; allerdings kann ich das schlecht objektiv beurteilen. Auf der einen Seite wird das Buch oft als Jugendbuch bezeichnet; auf der anderen Seite beschäftigt sich das Buch ständig mit Filmen, Serien, Spielen, bekannten Personen etc. aus den 70er - 90er Jahren. Leser, die nach 2000 geboren sind, können damit in der Regel vermutlich kaum etwas anfangen. Wer allerdings selbst in den 70er Jahren geboren ist und ähnliche Interessen wie der im Roman beschriebene Erfinder der virtuellen Welt OASIS hat, der kann mit den Rätseln und Aufgaben, die die Spieler im Roman bewältigen müssen, durchaus auch selbst etwas anfangen (und selbst miträtseln).
Ein rundum gelungenes Buch. Das einzige, was ich an der Geschichte etwas fraglich finde, ist, ob sich Jugendliche im Jahr 2044 tatsächlich derart enthusiastisch, wie im Buch beschrieben, für Computerspiele aus der Computersteinzeit begeistern können.
