Andi hat Das Café am Rande der Welt von John Strelecky besprochen (The Why Café #1)
3 Sterne
Strelecky wagt sich mit diesem Buch an nicht weniger als die Frage nach dem Sinn des Lebens und wie man selbst ein erfülltes Leben führen kann.
Strelecky ist jetzt nicht gerade der erste Mensch, der über diese Fragen philosophiert, und nicht alles, was er in dem Buch schreibt, sind brandneue Erkenntnisse. Dennoch halte ich das Buch für anregend und ziemlich kurzweilig. In einigen negativen Rezensionen wird die angeblich furchtbare Sprache des Buches kritisiert -- was ich nun wirklich überhaupt nicht nachvollziehen kann (ich habe die deutsche Übersetzung gelesen).
Was ich in Streleckys Überlegungen allerdings komplett vermisse, ist eine soziale Komponente. Nach Streleckys Lebensphilosophie sollte jeder Mensch seine eigene persönliche Bestimmung erforschen und sein Leben dann voll und ganz danach ausrichten. Auch wenn dies für einen einzelnen Menschen erfüllend sein mag, habe ich doch erhebliche Zweifel daran, dass wenn alle 8 Milliarden Menschen ihr Leben allein nach diesem Prinzip gestalten, eine glückliche und gerechte Weltgemeinschaft entsteht. Aber für viele Menschen mag dieses Kriterium ja auch nicht besonders entscheidend sein, um selbst glücklich zu sein.
Darüber hinaus scheint Streleckys Lebensphilosophie doch vor allem eine Lebensphilosophie privilegierter Bevölkerungsschichten zu sein. Er bemüht sich zwar, mit dem Beispiel des glücklichen Fischers zu untermauern, dass man nicht immer viel Geld braucht, um glücklich zu sein, aber die Argumentation erscheint auf den zweiten Blick dann doch ein bisschen scheinheilig. Man kann sich nicht so ganz des Eindrucks erwehren, dass Strelecky meint, der Fischer müsse wohl zwangsläufig geringere Bedürfnisse haben, um glücklich zu sein, als ein Mensch, der seine Bestimmung darin erkannt hat, Millionär zu werden.
