Andi hat The Moon Is a Harsh Mistress von Robert A. Heinlein besprochen
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"The Moon is a harsh Mistress", auf deutsch auch unter dem Namen "Revolte auf Luna" veröffentlicht, ist der beste Heinlein-Roman, den ich bislang gelesen habe, und meiner Meinung nach auch einer der besten Science-Fiction-Romane überhaupt. In der Geschichte wurde der Mond in der Vergangenheit als Strafkolonie genutzt; später hat sich aus den ehemaligen Strafgefangenen eine eigenständige Gesellschaft entwickelt, die aber weiterhin von Kolonialmächten der Erde ausgebeutet wird. Parallelen zur Geschichte Australiens sind klar erkennbar. Schließlich wollen sich die Einwohner Lunas die Bevormundung und Ausbeutung nicht länger gefallen lassen und planen eine Revolution und ihre Unabhängigkeitserklärung von der Erde. Angeführt und geplant wird die Revolte von vier "Personen": Mannie, einem Computertechniker, einer politischen Aktivisten, einem alternden Professor und dem Zentralcomputer von Luna, der unbemerkt von den Machthabern der Erde ein menschliches Bewusstsein entwickelt hat.
Heinlein schildert die Geschichte aus Mannies Perspektive, der im Gegensatz zu seinen drei Mitstreitern nicht besonders intelligent und in vielerlei Hinsicht ausgesprochen naiv ist, aber sein Herz auf dem rechten Fleck trägt und einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit besitzt. Eine weitere Besonderheit des Romans ist, dass Mannie wie viele einfache Einwohner Lunas einen von Heinlein erfunden Dialekt spricht, der ein wenig an die heutige Jugendsprache erinnert (überflüssige Wörter im Satz werden einfach weggelassen). Da der Roman aus Mannies Perspektive erzählt wird, muss sich der Leser erst einmal an diesen Dialekt gewöhnen. Anmerkung: ich habe den Roman im englischen Originaltext gelesen und fand den erfundenen Dialekt ausgesprochen passend zur Persönlichkeit des Protagonisten; ob die deutsche Übersetzung ebenso gelungen ist, kann ich nicht beurteilen.
Fans von actionlastiger Science-Fiction-Literatur werden vielleicht etwas enttäuscht werden (insbesondere, da sich der Roman in dieser Hinsicht deutlich von vielen früheren Werken Heinleins unterscheidet). Wie viele spätere Romane Heinleins ist auch dieser Roman sehr dialoglastig und vollgepackt mit intelligenten gesellschafts- und politikkritischen Diskussionen. Die unausweichlichen Kampfhandlungen am Ende des Romans spielen eher eine untergeordnete Rolle in der Handlung. Aus meiner Sicht schadet das diesem gelungen Roman allerdings überhaupt nicht.
