Andi hat Babel von R.F. Kuang besprochen
4 Sterne
Der Anfang von Babel erinnert zunächst an Harry Potter -- ein Waisenjunge wird in eine englische Schule gebracht, um dort Magie zu erlernen. Damit enden die Gemeinsamkeiten dann allerdings auch schon. Babel richtet sich nicht so sehr an jüngere Leser, und das Buch liest sich eher wie ein historischer Roman, in dem die Themen Rassismus, Geschlechtergerechtigkeit und der britische Kolonialismus im 19. Jahrhundert zentrale Themen sind. Auch Kritik an der Idee eines niemals endenden Wirtschaftswachstums klingt an. Tatsächlich spielt die Magie in der Handlung eher eine untergeordnete Rolle, und man fragt sich im Laufe des Romans ein Bisschen, wozu die Autorin den Magie-Aspekt überhaupt in die Geschichte einbauen musste.
Die ersten zwei Drittel des Buches würde ich daher eher als einen ganz hervorragenden historischen Roman bezeichnen, und dieser Teil hätte auch 5 Sterne verdient. Im letzten Drittel zieht sich die Handlung ein wenig zu sehr in die Länge, und die Ereignisse erscheinen auch nicht immer besonders glaubwürdig. Die Hauptpersonen zetteln eine Revolution gegen das britische Empire an, die aber ein wenig unaufgeregt vor sich herdümpelt. Daher kann ich dem Buch insgesamt nur 4 Sterne geben.
