IdleHirn hat Shadowrun 2: Lass ab von Drachen von Robert N. Charrette besprochen
Genrekost, gut geschrieben, aber…
3 Sterne
Shadowrun war früher ein Guilty Pleasure von mir. Da hab ich mich gefreut diesen Roman nochmal zu lesen. Mir ist bewusst, dass es sich hier nicht um Literatur handelt. Wenn man nett sein will sagt man Genre-Roman. Ist man gemein, sagt man Pulp. Hat beides seine Berechtigung. Zum Roman selbst: Charrette will einem hier eine Welt zeigen und das merkt man. Das Worldbuilding funktioniert. Die Kulisse aus Cyberpunk und Fantasy ist dicht, und hat eine eigene Logik, die man schnell akzeptiert. Orks, Drachen und Datennetz koexistieren ohne dass es lächerlich wirkt. Sam ist kein geborener Shadowrunner, er ist jemand, dem die Welt passiert, und das macht ihn sympathisch. Nur ust sein Charakter ein bisschen inkonsequent. An einer Stelle wird eine Bibel erwähnt, die ihm so wichtig ist. Das wars dann aber auch. Nur ab und zu wird Sams Glauben wieder erwähnt, aber für die Handlung völlig irrelevant. Der Rest der Figuren ist Abziehbild. Symptomatisch: Die Nebenfigur Jaqueline hat in wenigen Szenen mehr Profil als die meisten Hauptcharaktere. Das Tempo stimmt trotzdem. Der Roman ist gut und spannend geschrieben, kein Leerlauf. Allerdings steckt Sam eine ymenge Traumata weg, ohne das es ihn großartig trifft oder verändert. Sam ist Sam. Alles in allem: Unterhaltsam, wenn man sich drauf einlässt.
