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Hemera

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Bücher von Hemera

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Leseziel 2026

40% geschafft! Hemera hat 20 von 50 Büchern gelesen.

Jonathan Latimer: Der enthauptete Großonkel (Paperback, Deutsch language, 1995, Diogenes)

Ursprünglich unter dem Pseudonym Peter Coffin erschienen, unterscheidet sich Latimers umfangreichster Roman 'Der enthauptete Großvater' …

Vom Irren

Eigentlich ein ganz gewöhnlicher klassischer Krimi in gehobener Erbengesellschaft mit mal vorhersehbaren und mal überraschenden Wendungen, dann aber ist da das Irre. Das irren - häufig sogar aktive in die Irre führen - und natürlich das Irre zu vertreiben und die Ordnung wieder herzustellen gehört zum Krimi grundsätzlich dazu und dennoch steht die Ordnung hier ein wenig ratlos dem Irren gegenüber, denn das manifestierte Element des Irren hält zwat irrational aber natürlich auch dankbar die rationale Ordnung auf Trab, dem Irren immer wieder nachzujagen. Überrascht auf diese Ebene abstrahiert mit erstaunlich tiefgründigen Gedanken, sodass man dann doch von einem außergewöhnlichen Krimi sprechen kann.

Theresa Hannig: Die Optimierer (German language, 2017, Bastei Lubbe)

Korrekturvermerk: Optimal verklärt

Zunächst erwartet man eine klassische fast langweilige Dystopie: was uns als utopisch inszeniert wird, das müssen wir mit kindlichen Trotz als dystopisch ablehnen und während man regelmäßig innehält und überlegt - haben wir nicht schon eine Dystopie, in der von den Umständen der Beruf fremdbestimmt bestimmt wird, ist die akzeptierte staatlich verordnete Arbeitslosigkeit wirklich dystopischer gegenüber einer erforderlichen aber verachteten Arbeitslosigkeit und sind Sozialpunkte für ehrenamtliches Engagement dystopischer als Applaus für unterbezahltes Pflegepersonal - da muss man realisieren, Hannig verkauft hier aus liberaler Sicht die vegan-links-grüne Ökodiktatur, denn was wenn nicht ein drohendes Gänsebratenverbot wäre realistischter und für jeden Liberalen dystopischer? Und das hat man ja wohl eher selten, dass man über die Zwänge einer Dystopie laut zu lachen anfängt, die sich verzweifelt nach dem großen Bruder streckt jedoch als kindlich-kleiner Bruder hastig über Verhaltensbrüche stolpert. Aber gerade wenn man glaubt jetzt habe man das Werk durchschaut, jetzt hat man …

hat Die Burg von Ursula Poznanski besprochen

Ursula Poznanski: Die Burg (German language, Knaur)

Es hat ihn buchstäblich Unsummen gekostet – doch Milliardär Nevio hat die halbverfallene Burg Greiffenau …

Angst zwingt uns alle in die Knie

Eine Escape-Welt, ein Milliardär und eine KI treffen sich in einem Roman, man befürchtet ein Klischee, aber es ist eben ein Poznanski Thriller. Poznanski schreibt brandaktuell am Puls der Zeit mit bitterbösen Kommentarspitzen und wenn wir uns dann selbst ertappen, was wir da unter der Oberfläche der stolzen Feste gesellschaftlich für eine Realitätsflucht betreiben, kann man nur sagen willkommen in "Die Burg", Angst zwingt uns alle in die Knie.

Gudrun Pausewang: Die letzten Kinder von Schewenborn (Paperback, Deutsch language, 1985, Ravensburger)

»Es ist nicht so gekommen, wie es sich unsere Eltern und die meisten übrigen Erwachsenen …

Vielfache Apokalypse

Es ist nicht einfach nur die Apokalypse, es ist auch wieder einmal die Apokalypse der Gesellschaft, die Atomisierung in Familien, der Streit um die Säge um selbst in der Asche gegeneinander Holz zu fällen statt miteinander. Pausewang bietet einen Einblick in die vergangenen Perspektiven und die deutsche Spielart des Weltuntergangs, darüber hinaus herrscht jedoch nur ein apokalyptisches Werk vor: Man könnte annehmen im dystopischen läge Erkenntnis, man realisiert jedoch wo banalstes Miteinander zum revolutionären Gedanken würde und sei es nur das Teilen einer Säge, bleibt das Werk nur eine moralistisch angestaubte Sammlung ausgestopfter Trivialgedanken zum Thema Apokalypse.

qntm: Wir haben keine Antimemetik Abteilung (Hardcover, Deutsch language, 2025, Heyne)

Gefährliche Ideen sind mitten unter uns, ohne dass wir es bemerken. Eine davon könnte hier …

Antiintuitiv bereichernd

Gedanken zu folgen, die zu denken gemäß ihrer Definition sich der Existenz widersetzen, ist überraschend erhellend. Gibt es Werke darum bemüht die Welt aufklärerisch als reinen Widerstreit der Interessen zu verstehen, so abstrahiert dieses das Verständnis noch auf die Ebene der Ideen als Akteure an sich. Wie bei Science Fiction üblich lebt das Werk allein von der Idee von den Ideen mehr als Charakteren - wenn mich die Erinnerung nicht trügt erinnere ich mich ihrer kaum - und so ist es letztendlich auch schwer dem Werk anzulasten, dass sich verfasst durch einen menschlichen Autor keine nicht-menschlichen Gedanken fanden der Idee ein nicht-triviales gar undenkbares Ende zu bescheren. Dieses Buch zu lesen bleibt dennoch eine gute Idee.

hat Damals war es Friedrich von Hans Peter Richter besprochen

Hans Peter Richter: Damals war es Friedrich (Paperback, Deutsch language, 1986, dtv)

Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf und gehen in dieselbe Schulklasse. Jeder wird als …

Blick in die Vergangenheit aus der Vergangenheit

Richter analysiert keinerlei Verhältnisse, verbannt alles geschichtlich umfassendere Rahmenwerk in den Anhang und schreibt stumpf und emotionslos aus Sicht eines Ich-Erzählers wie passiert was passiert und dies vielleicht nicht nur aus der Naivität eines Kindes heraus sondern auch aus Sicht des Passivisten, der sich vielleicht gerade deshalb fragen soll, er wäre nie so richtig mitgelaufen aber hätte er nicht deshalb mehr machen müssen. "Die Reihe für junge Menschen, die mitdenken wollen" heißt es auf der Rückseite, diese als Zielgruppe trifft es immer noch.