Andi hat Alte weiße Männer von Sophie Passmann besprochen
4 Sterne
Sophie Passmann formuliert überaus intelligent und mit sehr viel Humor. Allein schon der Schreibstil und Witz machen das Buch lesenswert. Auch wenn ich nicht unbedingt behaupten kann, aus der Lektüre dieses Buches weltbewegende neue Erkenntnisse gewonnen zu habe, halte ich es für sinnvoll (für Männer ebenso wie für Frauen), sich einmal mit den Meinungen der Autorin ebenso wie mit denen ihrer Interviewpartner beschäftigt zu haben. Und wie bereits gesagt -- witzig ist es auch noch.
Ich bin überrascht, dass das Buch hier bislang im Durchschnitt mit knapp 4 Sternen bewertet wird, die Rezensionen mit den meisten Likes das Buch jedoch überwiegend völlig zerreißen. Wie man dieses Buch als "antifeministisch" bezeichnen kann, ist mir wirklich ein Rätsel. Dass Sophie Passmann denjenigen Interviewpartnern, die sich tatsächlich ziemlich gut in die Kategorie alter weißer Mann einordnen lassen (die gibt es übrigens auch nach Ansicht von Sophie Passmann, wie man leicht feststellt, wenn man …
Sophie Passmann formuliert überaus intelligent und mit sehr viel Humor. Allein schon der Schreibstil und Witz machen das Buch lesenswert. Auch wenn ich nicht unbedingt behaupten kann, aus der Lektüre dieses Buches weltbewegende neue Erkenntnisse gewonnen zu habe, halte ich es für sinnvoll (für Männer ebenso wie für Frauen), sich einmal mit den Meinungen der Autorin ebenso wie mit denen ihrer Interviewpartner beschäftigt zu haben. Und wie bereits gesagt -- witzig ist es auch noch.
Ich bin überrascht, dass das Buch hier bislang im Durchschnitt mit knapp 4 Sternen bewertet wird, die Rezensionen mit den meisten Likes das Buch jedoch überwiegend völlig zerreißen. Wie man dieses Buch als "antifeministisch" bezeichnen kann, ist mir wirklich ein Rätsel. Dass Sophie Passmann denjenigen Interviewpartnern, die sich tatsächlich ziemlich gut in die Kategorie alter weißer Mann einordnen lassen (die gibt es übrigens auch nach Ansicht von Sophie Passmann, wie man leicht feststellt, wenn man mehr als nur die ersten drei Kapitel liest), nachdem diese ihre Positionen erklärt haben, wenig kritische Fragen stellt, trifft zu. Aber welchen Mehrwert hätten die auch gehabt? Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass ein Rainer Langhans, Ulf Poschardt, Kai Diekmann und andere ihre eindeutig geäußerten Position auf einmal radikal ändern würden, wenn Sophie Passmann noch ein bisschen weiter nachgebohrt hätte? Aussagen wie:
"Macht euch mal klar, was das für euch heißt. Es ist ja nicht so, dass Verantwortung und Macht nur geil ist, es hat echt einen hohen Preis" oder
"Vergleichen Sie die Titelseite der BILD mit dem Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle, Herr Diekmann [...] Es ist zumindest der gleiche Ursprung, die gleiche Idee, das eine ist so wenig sexistisch wie das andere."
sprechen doch für sich. Was muss man da noch kommentieren oder nachfragen? Und wer der Meinung ist, Sophie Passmann würde alle ihre Interviewpartner zu sehr in Schutz nehmen und "auf Kuschelkurs gehen", der hat vielleicht einfach die sanfte Ironie in ihren Worten nicht verstanden.