Der alte Grundsatz "Si vis pacem, para bellum" (Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor.) liegt auch dem Buch zugrunde. Franz-Stefan Gady erläutert und analysiert in sieben Kapiteln, warum Kriege wieder wahrscheinlicher werden, was man darüber wissen sollte und wie ein Krieg in der Zukunft ablaufen kann.
Insgesamt ist das sicher kein Thema mit dem sich viele gern beschäftigen. Allerdings teile ich die Grundthese, dass Kriege wahrscheinlicher werden und da ist es gut, die Meinung eines Fachmannes zu lesen.
Gady ist an vielen Stellen im Buch anzumerken, dass er sowohl den theoretischen Hintergrund wie auch praktische Erfahrung durch Besuche in Kriegsgebieten hat. Er schildert in einem analytischen Ton, warum er Kriege für wahrscheinlicher hält. Im wesentlichen sind das verschiedene Fehleinschätzungen der Akteure und der Wegfall der USA als Sicherheitsgarant.
Der Mittelteil beschäftigt sich mit der Natur des Krieges. Das heißt, wie läuft Krieg ab, wie kann er verhindert werden und wie kann er beendet werden. Gady erklärt viel der Theorie und unterlegt dies durch praktische Beispiele.
Schließlich skizziert er, welche Kriegsszenarien es in der Zukunft geben könnte. Das schließt sich gut an das Buch "Wenn Russland gewinnt" von Carlo Masala (bookwyrm.de/book/51974/s/wenn-russland-gewinnt) an.
Insgesamt habe ich konstant den Eindruck, dass das Buch von jemandem geschrieben wurde, der Krieg ablehnt und alles tun würde, dass es nie dazu kommt. Aber er weiß eben auch, dass die Natur der Menschen anders ist und versucht, konkrete Wege aufzuzeigen, wie man einen Krieg verhindern kann. Denn, das ist ihm wichtig, Kriege sind keine Naturkatastrophen, die über uns kommen, sondern es sind Entscheidungen von Akteuren. Auf diese Entscheidungen kann man Einfluss nehmen.
Insgesamt ist das sehr lesenswert und ich habe durch die Lektüre sehr viel Neues gelernt.