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Mojib Latif: Wasser - das bedrohte Element (Paperback, Deutsch language, Herder)

Unsere Erde ist ein Wasserplanet. Drei Viertel sind von Wasser bedeckt. Wasser existiert in vielen …

Wasser als Beispiel der menschlichen Beispiellosigkeit

Mojib Latif beschreibt in „Wasser – das bedrohte Element“ eindrücklich, was die Menschheit in ihrem Umgang mit Ressourcen alles falsch machen und das trotz besseren Wissens.

Latif hält seine Meinung nicht hinter wissenschaftlichen Daten zurück, sondern benennt eindeutig die (für ihn) Schuldigen.

Die Analysen zu den verschiedenen Faktoren, die sich auf Wasser auswirken, lassen nur einen Schluss zu: so geht es nicht weiter.

Latif hat für die Lesenden keine Handlungsoptionen parat. Es gibt die Hinweise, mit Wasser sorgsam umzugehen und einige Verhaltensweise anzupassen, aber der Hebel zur Veränderung liegt auf staatlicher bzw. internationaler Ebene.

Es wird klar aufgezeigt, welche Folgen unser Handeln hat und welche Veränderungen schnellstmöglich folgen müssen für eine lebenswerte Zukunft.

replied to Hemera's status

@Hemera Vielen Dank für deine Replik. Der Begriff der "ukrainischen Seele", den ich verwendete, bezieht sich nicht auf Nymoen. Das war meine Kurzumschreibung für das, was die Besatzung de facto tut, vielleicht eignet sich "alles Ukrainische" oder "ukrainische Identität" in meiner Rezension besser.

Ich habe nichts gegen die Definition von Begriffen im Allgemeinen oder von Krieg hier im Speziellen. Mein Einwand ist, dass den zehn Seiten von Nymoen kaum etwas bleibt, während Gady einer ordentlichen, differenzierten Definition auch Analyse folgen lässt.

Bei dem Punkt mit der illegalen Entziehung stimme ich dir zu. Meine Kritik setzt später an. Am Ukraine-Beispiel sieht man, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen "vom eigenen Staat etwas abverlangt bekommen" und "von einer fremden Macht etwas abverlangt bekommen oder ausgelöscht zu werden" gibt. Auf der Krim gilt seit 2015 die russiche Wehrpflicht, 2022 wurde dort zwangsmobilisiert. Gegen die eigene Regierung kann man wählen, klagen, publizieren …

Ole Nymoen: Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde (Hardcover, Deutsch language, 2025, Rowohlt)

Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.

Ein Buch mit wenig Tiefgang scheitert an der Realität

Ole Nymoen schrieb im Jahr 2024 einen Artikel für die ZEIT. Daraus wurde später das Buch, welches eben darlegen möchte, warum der Autor nicht für sein Land kämpfen möchte.

Die ersten beiden Kapitel handeln vom Sinn und Unsinn des Krieges. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der eigentlichen Frage.

Bereits beim Lesen des ersten Drittels des Buches fällt auf, dass es dem Autor an analytischer Schärfe bzw. einem Abgleich mit der Realität fehlt. Zehn Seiten beschäftigen sich mit der Frage, was Krieg ist. Am Ende ist man so schlau wie zuvor. Kontrastiert man dies mit dem Buch "Die Rückkehr des Krieges" von Gady (bookwyrm.de/book/146975/s/die-r%C3%BCckkehr-des-krieges) fällt die analytische Schwäche umso mehr auf. Gady geht umfassend auf Kriegsgründe, den Charakter des Krieges und vieles mehr ein. Das fehlt bei Nymoen komplett.

Der Autor nimmt an, mit der Aufgabe des Territorium sei alles erledigt. Schließlich bedeutet das weniger …

Ronja von Rönne: Alles Liebe (Hardcover, deutsch language, 2026, dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG)

4 Geschichten -- am Ende vereint

Ronja von Rönne hat vier Geschichten gestrickt, die von verschiedenen Personen erzählen. Da ist Laura, deren Freundin Krebs hat und die sich mit Geschichten über ihr Leid selbst Aufmerksamkeit verschafft, Barbara, die die Trennung von ihrem Mann und den Tod der Tochter nicht verwinden kann und in eine Konsumwelt flüchtet, Heike, die als gestandene Lehrerin unter der Tyrannei ihrer Schwiegermutter still leidet und Fedor, der so gern als Künstler Erfolg hätte, aber seine Freundin hat den einfach spielerisch.

Rönne erzählt, wie sich die Protagonisten in eigene Realitäten flüchten. Dies macht sie in einem distanzierten und unterhaltsamen Stil. Der Roman liest sich schnell weg und die Geschichte am Schluss bietet noch eine Überraschung.

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Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (German language, 2014, Kiepenheuer & Witsch)

This is the testament of Paul Bäumer, who enlists with his classmates in the German …

Anklage oder Bekenntnis?

Ich muss zugeben, mich hat das "Mini-Vorwort" des Buches zunächst etwas verwirrt: »Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam«

Das wirkte auf mich ein bisschen wie eine Aussage "Ich werde Euch was erzählen, das Euch nicht passen wird, aber verschont mich bitte mit Euren Kommentaren". Zumal ich persönlich den Roman schon eindeutig als eine Anklage für ein "Nie wieder" empfinde.

Der Anhang zu den Fassungen, die vor der Erstpublikation als Buch existierten (erste beim Verlag eingereichte Rohfassung, um allzu grauenvolle Beschreibungen gekürzte Vorabversion in einer Zeitung), macht aber deutlich, wie das gemeint war. Ursprünglich sollte der Roman deutlich politischere Aussagen gegen den Krieg enthalten. Beispiele dafür kann man im Anhang dann auch nachlesen. Für die Publikation wurde das aber entschärft, so dass …

Franz-Stephan Gady: Die Rückkehr des Krieges (Paperback, deutsch language, 2026, Quadriga)

Die Kriege in der Ukraine und in Nahost sind Symptom einer sich seit Jahrzehnten anbahnenden …

Si vis pacem, para bellum

Der alte Grundsatz "Si vis pacem, para bellum" (Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor.) liegt auch dem Buch zugrunde. Franz-Stefan Gady erläutert und analysiert in sieben Kapiteln, warum Kriege wieder wahrscheinlicher werden, was man darüber wissen sollte und wie ein Krieg in der Zukunft ablaufen kann.

Insgesamt ist das sicher kein Thema mit dem sich viele gern beschäftigen. Allerdings teile ich die Grundthese, dass Kriege wahrscheinlicher werden und da ist es gut, die Meinung eines Fachmannes zu lesen.

Gady ist an vielen Stellen im Buch anzumerken, dass er sowohl den theoretischen Hintergrund wie auch praktische Erfahrung durch Besuche in Kriegsgebieten hat. Er schildert in einem analytischen Ton, warum er Kriege für wahrscheinlicher hält. Im wesentlichen sind das verschiedene Fehleinschätzungen der Akteure und der Wegfall der USA als Sicherheitsgarant.

Der Mittelteil beschäftigt sich mit der Natur des Krieges. Das heißt, wie läuft Krieg ab, wie kann …

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