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Miriam Meckel: NEXT (Paperback, Rowohlt Taschenbuch)

Ein höchst verstörendes Buch

Im ersten Teil erfahren wir die Geschichte aus Sicht eines Computers der schön beschreibt, wie sich die Künstliche Intelligenz langsam in unserer Gesellschaft breit gemacht hat und ihr es gelang, selbst Texte und auch Kunstwerke zu erstellen.

Alles ein alter Hut möchte man sagen... bis man auf das Erscheinungsdatum dieses Buches schaut: Januar 2013. Also vor mittlerweile 13 Jahren, als künstliche Intelligenz in der Form wie sie dann 2022 mit ChatGPT einem großen Publikum vogestellt wurde noch pure Utopie war. Miriam Meckel beschreibt mit einer beängstigenden Genauigkeit das, was wir heute sozusagen "live" miterleben.

Im zweiten Teil wird die Geschchte noch mal aus der Sichtweise eines menschlichen Bewusstseins erzählt, das sich aber nun des lästigen Körpers entledigt hat und in der "Systemzeit" aufgegangen ist, also irgendwo gespeichert ist so wie wir das aus z.'B. dem Film "Matrix" kennen. Das ganze erinnert stark an die Ideen des Transhumanismus mit denen man glaubt eine Unsterblichkeit zu erlangen. Dieses Bewusstsein formuliert dabei durchaus interessante philosophische Gedanken, so zum Beispiel den Unterschied zwischen Begreifen und Verstehen, ersteres würde ja einen Körper voraussetzen der dem System jedoch nicht zur Verfügung steht.

Ich verstehe dieses Buch als eindringliche Warnung vor dem KI-Hype und verneige mich voller Respekt vor der wunderbaren Autorin, die die Gefahren mit denen wir jetzt konfrontiert sind schon vor langer Zeit erkannt hat.