Vermessene Zeit

Der Wecker, der Knast und ich

Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl, Journalistin und Autorin, in ihrer Kölner Wohnung festgenommen, nach §129a StGB – Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie hatte einen Wecker der Marke Emes Sonochron gekauft, für einen Bekannten, wie sie sagte, der sie darum gebeten hatte. Dieser Wecker wurde als Zeitzünder bei einem Sprengstoffanschlag der »Revolutionären Zellen« auf ein Lufthansagebäude verwendet, bei dem ein Sachschaden entstand. Mit dem Anschlag wurde gegen die Abschiebepraxis von Asylsuchenden protestiert, was Ingrid Strobl befürwortete. Sie weigert sich, den Namen des Bekannten zu nennen, und bleibt in Untersuchungshaft. …

Sprache: Deutsch

Veröffentlicht von Edition Nautilus.

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ISBN:
978-3-96054-228-5
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Rezensionen

Der Wecker, der Knast und ich

Ingrid Strobl (gest. 24.01.2024) hat mehrere Jahre im Knast gesessen, weil sie einen Wecker gekauft hatte, der für einen Bombenanschlag benutzt wurde. Sie war nie Mitglied einer terroristischen Vereinigung, wurde aber trotzdem nach §129a ("Lex RAF") angeklagt.

In der Haft arbeitete sie an ihrem Buch über Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Nazideutschland*.

Ich finde es super interessant, wie sie hier 30 Jahre später ihre Zeit im Knast und ihr damaliges Mindset reflektiert und auch über Widersprüche und Abgründe in linken politischen Bewegungen nicht schweigt.

Ein sehr persönliches Buch, das sich wirklich gut lesen lässt.

*Das Buch heißt "Sag nie, du gehst den letzten Weg" und ich habe es auch schon lange hier liegen, bin aber noch nicht dazu gekommen, es zu lesen.