PlantAndCulture hat Der Bücherfreund von Monika Helfer besprochen
Feinfühlig und ästhetisch
4 Sterne
Monika Helfers "Der Bücherfreund" (2025, Hanser) ist eine autobiografische Erzählung über ihren Vater, der als "Bücherfreund" sein Leben dem Bewahren und Erhalt von Büchern widmet.
Selbst vom Krieg beeinträchtigt, lernt der Vater Monika Helfers Mutter nach dem Krieg in einem Krankenhaus kennen. Sie bekommen zwei Kinder, Gretl und Monika. Der Vater, zunächst selbst zur Genesung in dem Erholungsheim für Kriegsopfer, wird im Verlauf der Zeit zu dessen Leiter. Die Mutter, ebenfalls gesundheitlich stark angeschlagen, gibt dabei dem ganzen familiären Beziehungsgeflecht, indem sich die Geschichte vorwiegend bewegt, eine ganz eigene Dynamik. Im Laufe der Geschichte sucht der Vater, bei all den Widrigkeiten, immer wieder Halt in „seinen“ Büchern, bessergesagt, in der hauseigenen Bibliothek. Dieser Raum ist allerdings nur einem kleinen Kreis ausgewählter Personen zugänglich, dem Vater und Monika. Als der Bibliothek die Auflösung droht, entwickeln der Vater und Monika Helfer einen Plan. Der Druck, zu handeln, überrascht die Lesenden dann …
Monika Helfers "Der Bücherfreund" (2025, Hanser) ist eine autobiografische Erzählung über ihren Vater, der als "Bücherfreund" sein Leben dem Bewahren und Erhalt von Büchern widmet.
Selbst vom Krieg beeinträchtigt, lernt der Vater Monika Helfers Mutter nach dem Krieg in einem Krankenhaus kennen. Sie bekommen zwei Kinder, Gretl und Monika. Der Vater, zunächst selbst zur Genesung in dem Erholungsheim für Kriegsopfer, wird im Verlauf der Zeit zu dessen Leiter. Die Mutter, ebenfalls gesundheitlich stark angeschlagen, gibt dabei dem ganzen familiären Beziehungsgeflecht, indem sich die Geschichte vorwiegend bewegt, eine ganz eigene Dynamik. Im Laufe der Geschichte sucht der Vater, bei all den Widrigkeiten, immer wieder Halt in „seinen“ Büchern, bessergesagt, in der hauseigenen Bibliothek. Dieser Raum ist allerdings nur einem kleinen Kreis ausgewählter Personen zugänglich, dem Vater und Monika. Als der Bibliothek die Auflösung droht, entwickeln der Vater und Monika Helfer einen Plan. Der Druck, zu handeln, überrascht die Lesenden dann doch im Ergebnis.
Zusammen mit den sehr präsenten, in sich verschlungenen und fast lebendig wirkenden Illustrationen von Kat Menschik entsteht in diesem Buch eine wunderbare Symbiose aus Text und Bild.
Die Geschichte, die auf Monika Helfers eigenen Kindheitserinnerungen in den Vorarlberger Alpen basiert, zeigt, wie Bücher ein Leben begleiten und in schweren Zeiten Trost spenden können. Es ist die Leichtigkeit, mit der Monika Helfer schwere Themen, wie Krankheit, Nachkriegszeit und Verlust in der Geschichte bewusst, mit Andacht behandelt.
Ein zartes, feinfühliges, ästhetisches Buch für alle, die für einen kleinen Augenblick in die Welt der Schicksalsschläge und den damit verbunden feinen zwischenmenschlichen Beziehungen abtauchen möchte.